Brain Force Software
AG
Interviewpartner: Helmut Fleischmann, Vorstandsvorsitzender
Gehaltene Aktien: 1,2 Mio. Aktien über Fleischmann-Privatstiftung
von (7,25 Mio. Aktien) des Grundkapitals
Gehaltene Optionen: 100 Optionen (alles vor Kapitalerhöhung, die am 26.05.04 beginnt)
Das Interview wurde am 21.05.04 geführt.
Hintergrund:
Brain Force, ein mittelständischer IT-Solution-Provider, hat sich
selbst ein strammes Wachstum verordnet. Lagen die Umsätze in 2003
bei zirka 60,1 Millionen Euro und ist das EBIT 03 erstmals wieder seit
2000 nennenswert im schwarzen Bereich, so möchte die Gruppe organisch
in 2005 auf 70 Millionen und mit Akquisitionen auf 110 Millionen Euro
wachsen. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung von 7,25 Millionen Euro
soll das Kapital auf zirka 13,8 Millionen Euro erhöht werden und
dem Unternehmen etwa 19,5 Millionen Euro frisches Kapital zufließen.
Wir haben den Vorstandsvorsitzenden, Herrn Fleischmann, nach den Geschäftsaussichten
für das laufende und das kommende Jahr befragt.
Das Vorstandsinterview (DVI): Herr Fleischmann, bitte
erläutern Sie unseren Lesern, was Sie von anderen IT-Lösungsanbietern
unterscheidet und warum Sie glauben, dass Sie so stark wachsen können.
Für unsere Leser wäre sicherlich sinnvoll, wenn Sie diese
Wachstumserwartungen nach einzelnen Produktbereichen aufspalten könnten.
Herr Fleischmann: Wir unterscheiden uns vor allem durch
2 Kriterien von unserem Wettbewerb: das Lösungs- und Leistungsangebot
und die Internationalität. Mit den Geschäftsbereichen Communication
Networks und Financial Solutions sind wir in wachstumsstarken Märkten
und Themenbereichen bereits heute gut positioniert. Die Produkte dieser
Bereiche weisen eine Vielzahl von Alleinstellungsmerkmalen und USPs
auf. Bei Brain Force Financial Solutions sind wir zum Beispiel in der
Finanzbranche der einzige Anbieter, der den Finanzberater mit allen
notwendigen Modulen ausstatten kann.
Der Geschäftsbereich Professional Services, mit
seinen mehr als 20-jährig bestehenden exzellenten Kundenbeziehungen
im Top-Account Segment bildet eine gesunde und stabile Basis für
das Lösungsgeschäft.
Wir werden jetzt die bestehenden Geschäftsbereiche
in den Ländern, in den wir heute maßgeblich vertreten sind
(Deutschland, Österreich, Italien) durch Zukäufe stärken
und führend positionieren. Wir verfügen in diesen Ländern
und Geschäftsbereichen über die notwendigen Strukturen, um
die zugekauften Unternehmen zu integrieren.
DVI: Welches sind die Segmente, in denen Sie besonders
stark zulegen wollen und wo haben Sie die besten Margen?
Herr Fleischmann: Die Zukäufe werden die Geschäftsbereiche
Communication Networks (Segmentumsatz in 04 6,6 Mio. €) und Financial
Solutions (Umsatz in 04 9,1 Mio. € ) verstärken. In diesen
Geschäftsbereichen erwarten wir für 2004 eine EBITDA Marge
von 16%, das liegt deutlich über unserer Zielmarge von 10% und
der Marge, die im Bereich Professional Services zu erreichen ist.
DVI: Wie wollen Sie denn das erreichen?
Herr Fleischmann: Wir haben nach den Investitionen
der vergangenen Jahre eine Kostenstruktur erreicht, bei dem Umsatz-
und Ertragszuwächse ohne wesentliche Kostensteigerungen zu erreichen
sind.
DVI: Der sogenannte outsourcing-Bereich, in dem die
IT-Anwender ihre Probleme auf externe Firmen verlagern, soll innerhalb
der IT-Leistungen in Europa in den nächsten vier Jahren besonders
stark wachsen. Wie schaffen Sie es, dass Sie – im Vergleich zu
ihren Mitbewerbern – in diesem Wachstumssegment besonders stark
zulegen können?
Herr Fleischmann: Im Bereich Outsourcing haben wir
uns auf Application Management und das sogenannte Outtasking spezialisiert.
Im Gegensatz zum Komplettoutsourcing ganzer Rechen-zentren werden im
Application Management und im Outtasking nur einzelne Themenbereiche
ausgelagert. Damit wird nicht die gesamte IT und die damit verbundenen
unternehmenskritischen Prozesse an ein externes Unternehmen übergeben,
sondern nur die Anwendungen und Spezialgebiete, die sich gut für
einen Betrieb durch einen externen Anbieter eignen. Im Applikation Management
übernehmen wir die Wartung und Weiterentwicklung von Anwendungssystemen
in Themenbereichen, auf die wir fachlich spezialisiert sind –
zum Beispiel die e-Banking Plattform der ERSTE Bank in Wien. Im Bereich
Outtasking übernehmen wir im Bereich Rechnerbetrieb ebenso spezialisierte
Aufgabenbereiche. Ein Beispiel dazu ist der „2nd Level Support“
für die IT-Anwender der HVB in München.
Im Vergleich zum Mitbewerb sind wir durch unsere Geschäftsbereiche
Financial Solutions und Communication Networks im Vorteil. In diesen
Geschäftsbereichen sind wir durch unsere Lösungen (Lizenzen
und Wartungen) bei den wichtigsten Kunden dieser Branchen gut verankert.
Da wir für unsere Lösungen auch den Betrieb durch entsprechende
Wartungsverträge sicher-stellen (Hotline, Programmerweiterungen,
Fehlerbehebung, Einbau von gesetzlichen Änderungen, Integration
und Schnittstellenanpassung, etc.) verfügen wir über die nötigen
Referenzen und das Vertrauen der Kunden.
DVI: Im Vergleich zu 2002 sind die Preise für
Übernahmekandidaten spürbar gefallen. Müssen Sie nicht
befürchten, dass die Preise weiter rückläufig sind –
insbesondere, wenn die Konjunktur jetzt nochmals einen kräftigen
Dämpfer durch die Ölpreiserhöhungen bekommen würde?
Herr Fleischmann: Ich denke, dass die Talsohle erreicht
wurde und ein weiterer Rückgang der Preise unwahrscheinlich ist.
Wir haben eher das Gegenteil festgestellt. Die Preise für wirklich
attraktive Übernahmekandidaten sind wieder gestiegen.
Rückläufige Preise für Übernahmekandidaten
wären für uns aber nicht unbedingt ein Nachteil. In unserer
Strategie sind erhebliche Kosten (z. B: Kosten des Wirtschaftsprüfers
als auch für die gesamte due dilligence) und Investitionen für
Übernahmen vorgesehen. Wenn wir diese Zukäufe auf niedrigerem
Niveau durchführen könnten, wäre das sogar ein Vorteil.
Natürlich wäre dann aber in einem schlechten konjunkturellen
Umfeld auch die Rendite, die wir aus diesen Zukäufen erzielen würden,
kurzfristig geringer.
DVI: Sie geben in Ihren Veröffentlichungen Kaufpreismultiplikatoren
zwischen dem halben und dem ganzen Jahresumsatz an. Müssen Sie
hier nicht vorsichtiger agieren, denn viele Ihrer Übernahmekandidaten
haben ja keinen Zugang zum Kapitalmarkt und können Wachstum nicht
einfach finanzieren?
Herr Fleischmann: Wir sind natürlich bemüht,
Unternehmen so preisgünstig wie möglich zu kaufen –
siehe das Beispiel von NSE in München, wo wir die Firma mit dem
0,3fachen Umsatzmultiplikator ausschließlich gegen Aktien erworben
haben. NSE hat im ersten Jahr der Vollkonsolidierung eine EBITDA-Marge
von 20 Prozent erzielt. Einer unserer Vorteile ist, dass wir Teile von
Unternehmenskäufen durch unsere eigenen Aktien mitbezahlen können
und damit die Verkäufer auch an unserem weiteren Wachstum teilnehmen
können.
Veräußerer, die einen Teil des Kaufpreises
in Brain Force-Aktien akzeptieren, haben die Chance, steuerfreie Gewinne
zu erzielen, denn nach einem Jahr sind die Wertzuwächse der Brain
Force-Aktien ja steuerfrei.
Wir haben gezeigt, dass wir Übernahmen in jedem
konjunkturellen Umfeld erfolgreich umsetzen können. Wir verfügen
über die entsprechende Erfahrung und die notwendigen Strukturen.
Wir haben durch die Kapitalerhöhung jetzt auch die Voraussetzung
geschaffen, bei anziehender Konjunktur und steigenden Preisen weiter
wachsen zu können.
DVI: Sie sind jetzt schon in 8 Ländern mit 13
Gesellschaften vertreten und wollen noch zwei bis drei weitere Gesellschaften
dazukaufen. Wird diese Akquisitionspolitik nicht eine Konzentration
auf eine Tochtergesellschaft pro Land notwendig machen, und wird dieser
Zusammenführungs-prozess nicht zwangsläufig zu erhöhten
Kosten in der Anfangsphase nach der Übernahme führen?
Herr Fleischmann: Die Zukäufe erfolgen wie gesagt
in den Ländern, wo wir heute schon gut etabliert sind. Das führt
automatisch zu Verschmelzungen. Das haben wir auch in der Vergangenheit
erfolgreich durchgeführt. Die GMRS GmbH und die beusen Solutions
GmbH wurden mit der Brain Force Software GmbH verschmolzen. Ob Fusionen
Einsparungen oder zusätzliche Kosten bringen, ist eine Frage der
kritischen Größe und Marktentwicklung der Unter-nehmen. In
unserem Fall sind, wie in einigen Fällen bereits bewiesen, sofortige
Einsparungs-potentiale realisierbar und Synergien in Vertrieb und Produktentwicklung
schnell erzielbar.
DVI: Mehr als 70% Ihrer Kunden liegen im deutschsprachigen
Raum. Können Sie hier noch expandieren, oder müssen Sie nach
Frankreich, Spanien und die skandinavischen Länder ausweichen?
Herr Fleischmann: Wir sind heute in mehr als 30 Prozent
des europäischen Marktes vertreten und erzielen dort 60 Mio. Euro
Umsatz (Geschäftsjahr 03). Da liegt noch genügend Wachstums-potential
in den bestehenden Regionen vor uns. Aber unser Lösungsangebot
gibt uns bereits heute die Möglichkeit, in neue Länder vorzustoßen.
Die Lösungen sind größtenteils internationali-siert
und auch in anderen Ländern gut einsetzbar. Das betrifft übrigens
auch das Produktangebot unserer potentiellen Übernahmekandidaten.
Wenn es also beispielsweise durch Markteinbrüche in unseren Kernmärkten
schwierig würde das nötige Wachstum dort zu erreichen, können
wir relativ einfach in neue Märkte ausweichen.
DVI: Für eine österreichische Gesellschaft
ist es erstaunlich, dass sie in den Staaten des ehemaligen Ostblocks
nur zwei Landesgesellschaften hat. Sind Ihnen die Risiken in diesen
Ländern einfach zu hoch, oder welche Gründe gibt es dafür?
Herr Fleischmann: Unser Produkt und Leistungsangebot
ist heute für die Staaten des ehemaligen Ostblocks nicht optimal
geeignet. In diesen Staaten sind Unternehmen wie S&T gefragt, die
sich darauf spezialisiert haben, die Schaffung der grundlegenden IT-Infrastuktur
zu unterstützen. Da geht es um PC- und Netzwerkinstallationen sowie
um den Hardware-Support. Unser Angebot setzt dort auf, wo die IT-Strukturen
bereits erfolgreich implementiert sind und die Unternehmen darauf vorbereitet
sind, die unternehmenskritischen Prozesse durch IT und TK effizient
zu unterstützen. Unserer Einschätzung nach ist die Mehrheit
der Unternehmen in diesen Ländern noch nicht soweit. Der Markt,
den wir dort vorfinden würden, wäre noch zu eng.
DVI: Zählt zu den Akquisitionen auch die österreichische
Topcall, an der Sie bereits eine „Einstiegsbeteiligung“
von 5 Prozent (über eine außerbörsliche Transaktion)
bekanntgegeben haben. Welche Pläne haben Sie bei diesem Unternehmen?
Herr Fleischmann: Wegen rechtlichen Aspekten ist es
mir unmöglich, hier zum jetzigen Zeitpunkt eine Aussage über
gesellschaftsrechtliche Vorhaben zu tätigen.
Allerdings streben wir auch hier eine operative Zusammenarbeit
an. Wie schon erwähnt, sehen wir unsere Professional Service Einheit
mit ihren zahlreichen und langjährig erfolgreichen Kundenbeziehungen
als eine optimale Möglichkeit, Produkte bei den IT-Entscheidungsträgern
internationaler Top-Accounts zu platzieren. Unser bestehendes Lösungsangebot
aus dem Bereich Communication Networks spricht - genau wie die Lösungen
der Topcall - diese Zielgruppe an. Wir könnten so also unser Lösungsangebot
optimal ergänzen. Auf der anderen Seite ist es das ausgesprochene
Ziel der Topcall, mit projektbezogenen Dienstleistungen Umsatzzuwächse
zu generieren. Das ist aber nun genau unser Kerngeschäft, und wir
haben schon heute die dafür notwendigen Kompetenzen und Ressourcen.
Außerdem schätzen wir die jetzige Finanzbeteiligung
bei Topcall als wenig risikoreich ein, da ein Großteil des aktuellen
Börsenwertes von Topcall durch liquide Mittel des Unternehmens
unterlegt ist.
DVI: Sie planen für 2004 ein EBIT von EUR 2,8
Mio und ein EPS von 0,15 Cent (bezogen auf das dividendenberechtigte
durchschnittliche Kapital von 9,9 Mio. €) aus den jetzt vorhandenen
Gesellschaften, ohne Akquisitionen. Bitte schildern Sie uns, welche
Akquisitionen Sie im laufenden Jahr schon vornehmen können.
Herr Fleischmann: Wir werden frühestens Mitte
des Jahres, möglicherweise auch zum Ende des Q3 eine Übernahme
durchführen. Eine zweite Übernahme wird dann bis Jahresende
erfolgen. Wir können aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht konkret
über die Übernahmekandidaten sprechen, da wir sonst die Preise
der Zielunternehmen in die Höhe treiben würden.
Auf der operativen Ebene werden wir jedoch in Kürze
eine Zusammenarbeit mit einem Unter-nehmen aus dem Bereich Financial
Solutions bekannt geben. Wir hoffen, dass dies noch während der
Zeichnungsfrist unserer aktuell laufenden Kapitalerhöhung geschieht.
DVI: Die Börse antizipiert Gewinnentwicklungen
immer mit sechs bis neun Monaten. Wie könnte ein Ergebnis in 2005
unter Berücksichtigung Ihres Akquisitionsplanes aussehen?
Herr Fleischmann: Die angeführten 0,15 EUR Gewinn
pro Aktie werden wir in 2004 mit einiger Sicherheit durch erste Akquisitionen
noch erhöhen können.
Wir sind uns aber der Tatsache bewusst, dass wir in
2004 durch die Kapitalmaßnahmen den Gewinn pro Aktie verwässern,
da die damit zu tätigen Investitionen sich natürlich nicht
sofort im vollen Umfang positiv auf das Ergebnis auswirken. Im Jahr
2005 sieht das aber schon anders aus. Sollte es uns gelingen, bereits
alle geplanten zwei oder drei Akquisitionen bis Ende 2004 abzuschließen,
und das ist nach heutigem Stand durchaus realistisch, so gehen wir davon
aus, dass wir in 2005 einen Umsatz von 110 Mio. Euro bei einer EBITDA
Marge von 10% und einer EBIT Marge von ca. 6% erreichen werden. Für
den Gewinn pro Aktie sehen wir eine Spanne von 0,35 Euro bis 0,40 Euro.
Verglichen mit einer Planung, in der wir ausschließlich organisch
wachsen und keine Kapitalmaßnahmen durchführen, stellt sich
damit in etwa der gleiche EPS Wert ein - mit einem kleinen, aber sehr
wichtigen Unterschied: Die Investitionen werden sich in den Folgejahren
voll auszahlen und unsere Margen weiter verbessern, so dass wir dann
in eine Größenordnung vorstoßen, die wir ohne die Investitionen
nicht hätten erreichen können.
DVI: Herr Fleischmann, bitte erläutern Sie unseren
Lesern, warum Sie einen Emissionspreis von 3 Euro je Aktie für
gerechtfertigt ansehen.
Herr Fleischmann: In letzter Zeit haben einige Analysten
eine Einschätzung über den Fairen Wert der Brain Force Aktie
abgegeben. Die SES sieht uns zum Beispiel bei 4 Euro bereits vollver-wässert
durch die aktuelle Kapitalerhöhung. Andere wie z.B. die equinet
liegen auf etwa dem gleichen Wert.
Mit einem Ausgabekurs von 3 Euro gestehen wir zwar
zu diesem Wert einen deutlichen Abschlag zu, auf der anderen Seite ist
sind wir davon überzeugt, dass wir mit diesem attraktiven Angebot
das notwendige Kapital anziehen können, um damit deutlich höhere
Kurspotentiale als 4 Euro zu ermöglichen.
DVI: Brain Force ist dafür bekannt, eine exzellente
Öffentlichkeitsarbeit mit allen Anlegern zu pflegen. Können
Sie diese Informationspolitik überhaupt noch intensivieren und
was werden Sie tun, damit die Zeichner Ihrer Aktie Kursgewinne erzielen
können?
Herr Fleischmann: Wir haben in unserer Öffentlichkeitsarbeit
noch nicht den Standard erreicht, den ich mir wünsche. Die geringe
Coverage durch Analystenstudien und Researchs ist eine der Schwächen,
die wir kurzfristig beseitigen werden. Seit kurzem hat uns SES Research
in die regelmäßige Coverage aufgenommen. Es werden aber noch
weitere Institute folgen. Damit erhält der Anleger eine gute und
auch breite Basis für seine Anlageentscheidung. Der Kontakt zu
den institutionellen Anlegern wurde in den letzten Monaten aktionsbezogen
intensiviert. Jetzt gilt es, diesen Kontakt zu standardisieren und langfristig
zu etablieren. Dasselbe gilt für die Information der Kleinanleger.
Wir werden dazu unsere PR-Kontakte zu den wesentlichen Medien und Magazinen
noch weiter verstärken. Brain Force muß deutlich stärker
in den Fokus der Wirtschafts- und Börsenmagazine gerückt werden.
Das alles hat aber nur eine stabilisierende Wirkung.
Nachhaltige Kursgewinne werden meiner Meinung nach ausschließlich
durch den Unternehmenserfolg erwirkt. Das heißt in unserem Fall
durch die erfolgreiche Umsetzung der Strategie 2005.
DVI: 40% Ihres Kapitals ist derzeit bei institutionellen
Anlegern platziert. Wo sind diese beheimatet, und welche Zusagen haben
Sie von dieser Seite für die neue Kapitalerhöhung?
Herr Fleischmann: Uns sind Pakete Pakete bei DWS, DIT,
VCH, Julius Bär und Invesco bekannt, aber alle liegen unter 5 Prozent.
Zum jetzigen Zeitpunkt liegen uns natürlich noch
keine verbindlichen Zeichnungen vor. Die Zeichnungsfrist hat am 19.05.2004
begonnen, der Bezugsrechtshandel startet am 24.05.2004. Wir verfügen
aber bereits jetzt über eine erstaunlich hohe Anzahl an festen
Zusagen. Berücksichtigt man die nicht bindenden Aussagen aller
bisher besuchten Investoren und Interessenten in Bezug auf die gewünschten
Stückzahlen, so ist auch diesmal von einer Überzeichung auszugehen.
DVI: Was verstehen Sie unter „strategischen Investoren“
und wird diese Anlegergruppe einen Großteil der Emission zeichnen?
Herr Fleischmann: Unter strategischen Investoren ist
die BEKO Holding AG gemeint. Die BEKO besitzt unseres Wissens nach nur
knappe 3 Prozent, also etwa 240.000 Aktien. Die BEKO bezeichnet sich
als Finanzholding, ist mit deren Beteiligungen aber auch ein Mitbewerber.
Darum haben wir sie der Gruppe Strategische Investoren zugeordnet. Ich
kann mir heute nicht vorstellen, dass die BEKO einen Grossteil der Bezugsrechte
aufkaufen wird. Wir haben keine Informationen, die darauf hindeuten
würden. Es gibt auch keine Gespräche mit dem Vorstand der
BEKO dazu.
DVI: Ihre Aktienumsätze sind ja in den ersten
Monaten des laufenden Jahres ganz erheblich gesprungen. Können
Sie uns einen kurzen Überblick über die Börsenumsätze
geben?
Herr Fleischmann: Im Monat März sind 2,2 Mio.
Aktien, dies ist in etwa soviel wie im gesamten Jahr 2003 umgesetzt
worden. Man kann daraus ersehen, dass nicht nur der Bekanntheitsgrad
sprunghaft gestiegen ist, sondern auch der free float erheblich wuchs
und sich bereits institutionelle Anleger in großem Umfang engagiert
haben. Für Anleger, die sich neu engagieren wollen, weise ich darauf
hin, dass der Bezugsrechtshandel heute in Stuttgart und Wien beginnt.
DVI: Herr Fleischmann, welchen Kurs können Sie
sich mit Sicht auf ein Jahr vorstellen, wenn Sie tatsächlich 110
Millionen Euro Umsatz und ein EPS von 37 Cent je Aktie in 2005 erreichen?
Herr Fleischmann: Ich kann mir vorstellen, dass sich
der Kurs nach der Kapitalerhöhung zügig in Richtung 4 Euro
entwickeln wird. Das ist der Wert, den auch SES Research als fair betrachtet.
In dem Geschäftsjahr, indem ein Umsatz von 110 Mio. Euro bei einem
EBIT von 6,9 Mio Euro erreicht wird, rechne ich - ein entsprechend positives
Klima an den internationalen Aktienmärkten vorausgesetzt - mit
einem Kurs von deutlich über 4 Euro.
DVI: Sie sind der Gründer, Ideengeber und Motor
der Gesellschaft. Ihr Anteil fällt nach der Kapitalerhöhung
auf 2,4 Mio. Aktien oder 18 Prozent. Wie lange dürfen die jetzigen
Zeichner auf Ihr 100%iges Engagement vertrauen?
Herr Fleischmann: Es ist wohl selbstverständlich,
dass ich in meiner Position als CEO der Brain Force Software AG das
maximal mögliche Engagement biete. Mein Engagement und mein Einsatz
in dieser Position ist in keiner Weise an irgendeine Beteiligungsquote
gebunden. Ich halte auch immer noch dasselbe Aktienpaket wie zum Zeitpunkt
nach dem IPO.
Mein derzeitiger Vertrag läuft heute bis zum Ende
2006. Ich stehe aus heutiger Sicht jedenfalls für eine Verlängerung
zur Verfügung. Ich würde das als ein Vertrauen in meine Leistung
sehen.
DVI: Besten Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Chefredakteur Rochus C. Rüttnauer.
http://www.das-vorstandsinterview.de