Sektkellerei Schloss
Wachenheim AG
Interviewpartner: Nick Reh, Sprecher des Vorstandes
Gehaltene Aktien: 17,5 % der Aktien ( von 7,92 Mio.) indirekt über
Günther Reh AG, die 70 % des Grundkapitals hält
Gehaltene Optionen: keine
Das Interview wurde am 17.05.04 geführt.
Hintergrund:
Die Wachstumsgeschichte von Sekt Schloss Wachenheim ist sehr imposant.
Bis sich das Unternehmen zum weltgrößten Sektproduzenten
empor-geschwungen hat, waren Jahre harter Arbeit notwendig: Als die
Familie Reh im Jahre 1995/96 bei der angeschlagenen Gesellschaft einstieg,
lagen die Umsätze bei 28 Millionen Euro; im laufenden Geschäftsjahr
werden sie voraussichtlich 380 Millionen Euro erreichen. Sekt Wachenheim
ist ein Unternehmen, bei dem rechtzeitig die Weichen in die Osteuropäischen
Länder gestellt wurden. Dort ist auch im ersten Quartal 2005 mit
der Börsennotiz der Tochter AMBRA SA zu rechnen, bei der zirka
42 Millionen Euro in die Kassen des Unternehmens fließen werden.
DVI hat den Vorstandssprecher Nick Reh nach den mittelfristigen Perspektiven
gefragt.
Das Vorstandsinterview (DVI): Herr Reh, wie haben Sie
und Ihre Familie es geschafft, zum größten Sektproduzenten
der Welt zu werden?
Herr Reh: Mein Vater hat 1972 mit der Einführung
der Marke Faber in Deutschland den Grundstein gelegt. Denn schon nach
sieben Jahren war dieses Produkt die meistverkaufte Sektmarke in Deutschland.
Aus dieser führenden Position haben wir dann eine Reihe interessanter
Akquisitionen im In- und Ausland tätigen können und gleichzeitig
mit neuen Produkten das interne Wachstum vorangetrieben. Ein weiterer
Meilenstein war sicher unsere Entscheidung, sehr früh nach der
Wende in wichtigen Ländern in Osteuropa Fuß zu fassen. Wir
haben dabei weniger bei der Privatisierung staatlicher Wein und Sektkellereien
teilgenommen, sondern vielmehr gemein-sam mit jungen Unternehmern neue
Gesellschaften gegründet und hier dann unser Know-how in Vertrieb,
Marketing und Produktion eingebracht. Ich glaube im direkten Vergleich
mit unseren Wettbewerbern sind wir bei Entscheidungen und deren Umsetzung
einfach direkter und schneller. Wir scheuen uns allerdings auch nicht,
Fehler schnell einzugestehen und umzusteuern. Neue Projekte und Strategien
entwickeln wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern, was deren Umsetzung
dann vereinfacht und beschleunigt.
DVI: Bitte geben Sie uns einige Zahlen über Marktanteile
in Deutschland, Frankreich Rumänien und Polen bekannt.
Herr Reh: Wir sind weltweit der größte Sekthersteller,
in Deutschland allerdings nur die Nummer Zwei mit einem Marktanteil
von 22 % im Sektmarkt. Dem gegenüber sind wir in Frankreich, im
Mutterland des Sektes und Champagners mit größtem Abstand
die Nummer Eins. Im Sekt- und Schaumweinbereich haben wir einen Marktanteil
von ca. 50 %. Bezieht man auch die gesamte französische Champagnerproduktion
mit ein, so beträgt unser Marktanteil insgesamt ca. 15 %. Der zweite
größte Hersteller in Frankreich ist Kriter/Patriarch mit
schätzungsweise ca. 20 Prozent.
In Zentral- und Osteuropa besitzen wir in Polen, Tschechien
und Rumänien eine eigenen Produk-tion. In die übrigen Länder
exportieren wir mit unterschiedlichem Erfolg. In Polen beträgt
unser Marktanteil bei Sekt und Schaumwein 50 %, wobei ich allerdings
gerne erwähnen möchte, dass wir praktisch alle großen
Sektmarken in Polen besitzen und sich das restliche Marktvolumen der
Mitbewerber nur auf Eigenmarken und Billigprodukte beschränkt.
In Rumänien erfolgte erst im Geschäftsjahr 2000/2001 nach
bewährten Muster der Aufbau unserer Marktposition: Gemeinsam mit
einem rumänischen Unternehmer haben wir in Bukarest gebrauchte
Maschinen aus Deutschland aufgestellt und dann begonnen, den Markt zu
bearbeiten. Unser Markteintritt führte zusammen mit der Ausbreitung
westlicher Handelketten sogleich zu einem erhöhten Verände-rungsdruck
in der rumänischen Wein- und Sektindustrie.
Vor wenigen Wochen gelang es ebenfalls in Rumänien,
dem Geschäftsführer und Teilhaber unseres Tochterunternehmen
Karom Drinks mit unserer finanziellen Unterstützung, den ehema-ligen
Marktführer, die Firma Zarea, zu 44 % übernehmen. Mit diesen
44 % besitzen wir die Haupt-versammlungsmehrheit, da die übrigen
Aktionäre - Mitarbeiter und andere Kleinaktionäre - ohne unternehmerische
Ambitionen sind. Zarea ist jetzt noch ein Sanierungsfall, besitzt aber
sehr großes Potential, da die Marken des Unternehmens in Rumänien
und im ehemaligen Ostblock bei den Verbrauchern noch geläufig sind.
Als privatisiertes Staatsunternehmen war Zarea sehr schlecht geführt.
Wir trauen uns zu, die erforderlichen Aufräumarbeiten schnell zu
erledigen und das Unternehmen zu sanieren, um es dann mit unseren übrigen
Aktivitäten in Rumänien vollständig zusammenzuführen.
DVI: Welches Ihrer Beteiligungsunternehmen im Ausland macht Ihnen am meisten Spaß, Polen (AMBRA SA)
oder Frankreich (Charles Volner)?
Herr Reh: Ich glaube da kann ich mich gar nicht entscheiden.
In beiden Ländern haben wir eine Marktposition, die wir in Deutschland
so ohne weiteres nicht erreichen können, da hier wichtige Marktpositionen
in der Vergangenheit durch Wettbewerber besetzt wurden, die schon seit
Generationen im deutschen Markt tätig sind. Spaß macht eigentlich
unsere internationale Gesamtaufstellung. Wir haben in den wichtigsten
Ländern für unsere Produktkategorie eine marktführende
Stellung und sind auch insgesamt der Leader. Auch wenn Marketing und
Vertrieb regional ausgerichtet sind, gibt es in den anderen Bereichen
- Produktion, Einkauf, Produkt-entwicklung - Synergien, die unsere meist
nationalen Mitbewerber nicht haben. Wir haben mit der aktuellen Übernahme
von Charles Volner den Abstand noch einmal vergrößert und
eine wichtige strategische Lücke geschlossen.
DVI: Welche Wachstumschancen sehen Sie im polnischen
Markt, und welche Beteiligungen wollen Sie in die künftige börsennotierte
Gesellschaft noch integrieren?
Herr Reh: Unser Marktanteil in Polen von 50 % bei Sekt
und 25 % in dem gesamten Weinsegment hat bereits ein sehr hohes Niveau
erreicht. Wir importieren abgefüllte Flaschen für Sekt, Wein
und Wermut aus der ganzen Welt, der an eine Anteil von ca. 25 % an der
gesamten Menge in Polen hat. Wir erwarten aber, dass der Konsum von
Wein, Sekt und auch Bier zulasten des Spirituosenverbrauchs in den nächsten
Jahren stark zunehmen wird und wir damit mit dem Markt wachsen.
Wir werden alle bestehenden und zukünftigen zentral-
und osteuropäischen Beteiligungen bei der Ambra SA in Polen einbringen.
Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass die Börse in Warschau
unsere Expansionsvorhaben in Russland, Rumänien und dem übrigen
Osteuropa sehr viel positiver beurteilt, als dies in Deutschland heute
der Fall ist. Ich stelle immer noch fest, dass das Potential und die
Dynamik dieser Märkte bei uns in Deutschland unterschätzt
wird. Man sieht diese Länder noch zu sehr als billige Produktionsstandorte.
Das riesige Potential dieser neuen Absatzmärkte erkennt man nicht
ausreichend. Der Anteil der jungen Menschen an der Gesamtbevölkerung
ist sehr hoch (anders als im Westen). Der Nachholbedarf bei den Konsum-gütern
gewaltig. Die Menschen orientieren sich natürlich vor allem an
den westlichen Werten und Konsumgewohnheiten. Unser Emissionsfahrplan
sieht vor, dass wir im 1. Quartal 05 die Ambra SA an die Börse
bringen.
DVI: Das geplante Jointventure in Russland hört
sich sehr viel versprechend an. Können Sie uns bitte einige Details
darüber nennen?
Herr Reh: Wir haben seit einigen Jahren eine Kooperation
wir der Firma Sektkellerei Kornet in Moskau. Diese Sektkellerei bestand
schon zur Zarenzeit, als es ca. 100 Sektkellereien gegeben haben soll.
Sie sehen daher, dass Sekt in Russland genauso populär ist, als
bei uns. Das traditionelle Unternehmen ist ertragreich und hat eine
starke Position im russischen Markt. Der heutige Gesellschafter möchte
mit unserer Hilfe das Unternehmen modernisieren und für den Export
noch Westeuropa vorbereiten. Für original russischen Sekt gibt
es auch einen Markt in Deutschland. Seit einigen Wochen haben wir konkrete
Verhandlungen aufgenommen.
DVI: Herr Reh, Sie wollen Ihr Produktprogramm erheblich
bereinigen. Ist der alkoholfreie Sekt in Ihren Wachstumsmärkten
überhaupt ein Thema?
Herr Reh: Wir entalkoholisieren Wein und Schaumwein.
Diese Produkte sind vor allem für Deutschland und den Export in
das westliche Ausland (England, USA, Skandinavien usw.) geeignet. Neben
dem Gesundheitsaspekt, ist für den Exporterfolg die niedrigere
Besteuerung, die sich nach der Höhe des Alkoholgehaltes richtet,
von großer Bedeutung. Übrigens entalkoholi-sieren wir auf
jedes Niveau. Das heißt, es gibt z.B. auch Weine mit einem Alkoholgehalt
von 4%. Unsere Entalkoholisierungsanlage arbeitet im Drei-Schicht-Betrieb
rund um die Uhr. Wir werden demnächst hier unsere Kapazitäten
erweitern, da wir weiteres Wachstum erwarten.
DVI: Welche weiteren Expansionspläne haben Sie
noch mittelfristig, und welchen Kapitalbedarf benötigen Sie hierzu?
Herr Reh: Im Vordergrund steht im Moment eindeutig
Osteuropa. Hier wollen wir in der Wein- und Sektindustrie unsere führende
Marktstellung ausbauen und von der erwarteten Konsumsteigerung profitieren.
In Deutschland und Frankreich können wir uns vorstellen auch in
der Weinbranche starker als bisher zu expandieren. Wir machen bisher
im Wein bisher 7 Prozent vom Umsatz und können uns vorstellen,
dieses Segment in den nächsten fünf Jahren auf 25 % vom Umsatz
zu steigern.
DVI: In der Wirtschaftspresse war neulich zu lesen,
dass Ihre Familie bereit wäre, sich auf einen Anteil von 50% plus
eine Aktie zurückzuziehen, wenn Kapitalbedarf besteht. Wie konkret
sind diese Pläne?
Herr Reh: Wir haben keine konkreten Pläne. Aber
bei jedem größeren Firmenkauf prüfen wir natürlich
auch, ob es eine Möglichkeit gibt unsere Aktien als Akquisitionswährung
zu nutzen. Dies schont unsere Mittel und ermöglicht, den Verkäufer
am unternehmerischen Risiko (und den Chancen) zu beteiligen (so wie
zuletzt bei Bacardi geschehen). Denn gerade in der Anfangszeit, wenn
es darum geht, das erworbene Unternehmen in den Konzern zu integrieren
und die Synergien zu heben, bestehen die größten Risiken.
Es ist von Vorteil, wenn der Verkäufer ein eigenes Interesse daran
hat, das eine Übernahme zum Erfolg wird. Wir haben auch vor der
mehrheitlichen Übernahme der Sektkellerei Schloss Wachenheim AG
sehr gute Erfahrungen mit dieser Vorgehensweise gemacht.
DVI: Die Börsenkapitalisierung Ihrer Gesellschaft
beträgt zirka 62 Millionen Euro. Es gibt Schätzungen im Markt,
wonach der wahre Wert Ihrer Gruppe zwischen 150-200 Millionen Euro anzusiedeln
sei. Wie ist hierzu Ihre Meinung?
Herr Reh: Ich teile diese Bewertung. Schloss Wachenheim
wurde bisher mit der negativen Entwicklung des deutschen Sektmarktes
identifiziert. Wir müssen jetzt deutlich machen, dass wir mit der
Expansion in Osteuropa und der Übernahme von Charles Volner ein
anderes Unter-nehmen geworden sind. Der deutsche Sektmarkt, der für
uns immer noch schwierig ist, hat für die Gesamtentwicklung nicht
mehr eine so entscheidende Bedeutung. Trotzdem haben wir jetzt auch
in Deutschland unsere Hausaufgaben gemacht: Wir haben eine große
Sortiments-bereinigung vorgenommen, Prozesse optimiert und die Zahl
der Mitarbeiter reduziert. Darüber hinaus sind von uns in den letzten
Jahren in Deutschland sehr erfolgreiche Produkte entwickelt und auf
den Markt gebracht worden. In nur kurzer Zeit gelang es uns Marktführer
bei Prosecco zu werden. Bei den entalkoholisierten Weinen und Sekten
nehmen wir eine Alleinstellung ein, mit einem weiten Entwicklungsvorsprung.
Wir haben mit dem Kinderparty-Getränk Robby-Bubble ein sehr erfolg-reiches
nationales und internationales Produkt entwickelt.
DVI: Durch den Verkauf von zehn Prozent der Aktien
von Bacardi über die Börse wurde erfreulicherweise der free
float spürbar erhöht. Wäre es Ihnen nicht lieber gewesen,
wenn das Bacardi-Paket komplett an einen anderen institutionellen Investor
gegangen wäre?
Herr Reh: Wir sind mit der Lösung sehr zufrieden,
wenngleich ich zugeben muss, dass wir etwas überrascht waren und
von Bacardi nur im Nachhinein informiert wurden.
DVI: Mit der erhöhten Anzahl der freien Aktionäre
werden Sie auch in der Öffentlichkeitsarbeit mehr gefordert werden.
Erfreulich ist schon, dass Sie anlässlich der letzten Hauptversammlung
ganz klar die Perspektiven Ihres Unternehmens aufgezeigt haben. Haben
Sie geplant, auch eine Road Show bei institutionellen Investoren vorzunehmen?
Herr Reh: Wir haben in der letzten Hauptversammlung
tatsächlich ungewöhnlich weit in die Zukunft geschaut, um
unseren Aktionären aufzuzeigen, welche strategische Bedeutung unser
Kauf in Frankreich und unsere Expansion in Osteuropa für die Zukunft
hat. Außerdem wollten wir klar machen, dass die Aufräumarbeiten
und die Neuaufstellung des Unternehmens in Deutschland vorläufig
abgeschlossen sind.
Dieser Wandel unseres Unternehmens von einer deutschen
Sektkellerei zum internationalen Marktführer und Getränkekonzern
muss natürlich auch kommuniziert werden. Das habe ich mir jetzt
vorgenommen. Dabei ist es sicher vernünftig, zunächst einmal
die ersten Zahlen des neuen Geschäftsjahres 2004/2005 (Quartal
oder Halbjahreszahlen) abzuwarten, damit die sehr positiven Planungen
den Anlegern auch mit entsprechend erreichten Istwerten unterlegt werden
können.
DVI: Es gibt Analysen im Markt, die 1,20 Euro Ergebnis
je Aktie für das kommende Jahr schätzen. Wie realistisch sind
solche Gewinnschätzungen? Worauf basiert diese deutliche Gewinnver-besserung?
Herr Reh: Im Prinzip haben wir drei Bereiche, die zur
Gewinnverbesserung beitragen. Zunächst einmal erwarten wir einen
deutlichen Gewinnsprung durch den Kauf der Marke Charles Volner in Frankreich
und die Aufstockung unserer Beteiligungen in Frankreich und Polen auf
100%. Darüber hinaus erwarten wir sowohl in Deutschland als auch
in Osteuropa bei allen unseren Gesell-schaften operative Ergebnisverbesserungen.
Außerdem berechnen wir unser Ergebnis im Geschäftsjahr 2004/05
erstmals nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS), d.h.
wir werden zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung Marken-
und Firmenwerte nicht mehr regelmäßig abschreiben. Übrigens
betrifft zukünftig ein großer Teil der aktivierten Marken-
und Firmenwerte die Akquisition von Charles Volner und die 50 %ige Beteiligung
unserer französischen Gesellschaft CEVIM, die wir von Bacardi erworben
haben. Alle anderen in der Vergangenheit aus Übernahmen aktivierten
Firmenwerte und Markenrechte sind mittlerweile weitgehend abgeschrieben
und haben nur noch eine untergeordnete Bedeutung in unserer Konzernbilanz.
Daher halte ich eine Gewinnschätzung von 1,2 € (nach IAS)
für realistisch.
DVI: Wieviel Prozent von Ambra wollen Sie voraussichtlich
emittieren und wie werden Sie den Emissionserlös verwenden und
welche Entschuldung können Sie damit bei der Mutter-gesellschaft
erreichen?
Herr Reh: Geplant ist, bis zu 49 Prozent von Ambra
im Rahmen einer Kapitalerhöhung an die Börse zu bringen. Der
geplante Emissionserlös ist für den russischen Markt (zum
Erwerb einer Beteiligung) und für Firmenkäufe und Investitionen
in den übrigen zentral- und osteuropäischen Ländern (z.B.:
Rumänien) vorgesehen. Würden wir tatsächlich die vollen
49% von Ambra an die Börse bringen, stünden ca. 20 Mio. Euro
für die weitere Expansion zur Verfügung stehen. Die restliche
Summe (auch ca. 20 Mio. Euro) könnte dann zur Schuldentilgung verwendet
werden.
DVI: Welchen Gewinnmultiplikator halten Sie für
gerechtfertigt?
Herr Reh: Bei einer insgesamt gesunden Börsenentwicklung
halte ich einen Multiplikator von 15 für durchaus gerechtfertigt.
Alle Weichen sind auf Umsatz- und Gewinnwachstum eingestellt. Ich möchte
auch daran erinnern, dass wir im nächsten Geschäftsjahr mit
sehr hohen Weinpreisen kalkulieren müssen, da die große Trockenheit
im Herbst 2003 unsere Weinbeschaffung sehr stark verteuert hat. Es ist
kaum zu erwarten, dass dieses hohe Preisniveau in der nächsten
Ernte anhält. Auf der anderen Seite möchte ich allerdings
darauf hinweisen, dass der EU-Beitritt von Polen und Tschechien zum
1. Mai 2004 nicht nur Chancen bietet, sondern auch Risiken, da sich
das Wettbewerbsumfeld total verändern wird. Wir sind sehr gut darauf
vorbereit. Trotzdem ist nicht jede Entwicklung im Vorhinein planbar.
DVI: Würde man nur ein KGV von 12 unterstellen,
dann wäre ein Kurs von 14 Euro nicht unter-bewertet. Teilen Sie
eine derartige Einschätzung?
Herr Reh: Ich sehe das auch so.
DVI: Besten Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Chefredakteur Rochus C. Rüttnauer.
http://www.das-vorstandsinterview.de