| 18.03.05 | DAS VORSTANDSINTERVIEW |
D+S europe AG
Interviewpartner: Dipl.-Ing. Achim Plate, Vorstandsvorsitzender
Das Vorstandsinterview (DVI): Herr Plate, wie sind Sie mit dem vergangenen Jahr zufrieden? Herr Plate: Wir sehen uns in unseren früheren Aussagen bestätigt. Aufgrund der langfristigen Verträge mit unseren Kunden können wir unsere Umsätze und Ergebnisse relativ gut prognosti-zieren. So sind wir in unserer Jahresplanung stets davon ausgegangen, dass das geschäfts-starke 4.Quartal einen erheblichen Beitrag zu unserem positiven Jahres-EBIT liefern wird. Insofern sind wir sehr zufrieden. DVI: Wie zuversichtlich sind Sie, dass Sie Ihre Prognosen für das laufende Jahr von 70 Mio. Euro erreichen können? Herr Plate: Wir besitzen mit unseren in 2004 durchgeführten Akquisitionen bereits zum heutigen Zeitpunkt eine Umsatzbasis von gut EUR 60 Mio. auf Zwölf-Monatsbasis. Die für das laufende Jahr prognostizierte Steigerung auf EUR 70 Mio. liegt damit leicht unter dem im vergangenen Jahr erreichten Wachstum. Wir halten diese Planung aus diesem Grund für vollkommen realistisch. DVI: Sie prognostizieren ein EBIT von 5 Mio. Euro für das laufende Jahr. Wie planen Sie, dieses Ziel zu erreichen? Herr Plate: Die Erlös-/Kostenstruktur unseres operativen Bereiches wird 2005 in zwei gravieren-den Punkten vom Vorjahr abweichen. Zum einen erzielten wir bereits in 2004 in einigen Projekten erhebliche Steigerungen unseres Deckungsbeitrages durch die Umstellung von Projekten auf das von uns entwickelte Steuerungssystem Intraday Complete Control (ICC). Durch den Einsatz ist in verschiedenen Projekten eine Steigerung unseres Deckungsbeitrages im hohen einstelligen Prozentbereich vom Umsatz gelungen. In 2005 werden wir den flächendeckenden Einsatz dieser Produktionsumgebung auch bei unseren Tochtergesellschaften weiter vorantreiben. Zum Zweiten bedeutete die Integration der im vergangenen Jahr durchgeführten drei Akquisitionen eine Herausforderung auch für unseren operativen Bereich. Wir beziffern den durch die Fokussierung auf die Integration der neuen Einheiten entstandenen internen Aufwand bzw. entgangenen Ertrag auf ca. EUR 0,5 Mio. Bei einem Umsatz von EUR 70 Mio. entspricht ein EBIT von 5 Mio. Euro einer EBIT-Marge von 7%. Dies liegt unter unserer langfristigen Erwartung von 10%. Wir glauben deshalb, dass wir mit dieser Aussage wiederum vorsichtig – so wie in der Vergangenheit – an die Öffentlichkeit herangegangen sind. Wir sind mit dieser EBIT-Marge im langfristigen Trend noch nicht zufrieden, aber erkennen, dass wir uns auf dem richtigen Weg in Richtung unserer Zielmarge von ca. 10% vom Umsatz befinden. DVI: Mit welcher Aktienstückzahl muss man im laufenden Jahr kalkulieren? Herr Plate: Wir gehen – nicht zuletzt, weil die Wandlungsfrist im Dezember endet – davon aus, dass bis zum Jahresende 2005 sämtliche Anteile aus der Wandelanleihe in Aktien gewandelt sein werden. Damit ergäben sich zusammen mit den heute bestehenden Aktien insgesamt Stück 15,1 Mio. Aktien. DVI: Wie beurteilen Sie 2005: Eine Art Kräftesammeln für den nächsten Umsatzsprung? Herr Plate: Das Durchbrechen der Gewinnschwelle markiert für die D+S europe AG den Übergang in eine stark ergebnisgetragene Wachstumsphase in den kommenden Jahren. Wir wollen nach Umsatz und Ergebnis stark zulegen. Insofern würde ich 2005 als Wachstumsjahr mit bereits kräftig positivem Ergebnis bezeichnen. DVI: Nach dem Einstieg des SAP-Gründers Dietmar Hopp ist die DAH-Beteiligungs GmbH, Heidelberg, mit ca. 13,5% als größter Aktionär benannt. Haben sich Ihre Erwartungen schon erfüllt, dass Hopp Ihnen neue Kunden zuführen konnte? Herr Plate: Die Beteiligung der DAH-Beteiligungs GmbH wirkt sich in mehrfacher Hinsicht positiv für uns aus. Dass sich über das Unternehmensnetzwerk unser Zugang zu verschiedenen Großunternehmen erheblich verbessert hat, ist dabei nur ein Aspekt, wobei ich über konkrete Projektfortschritte im Einzelnen an dieser Stelle nichts sagen kann. Darüber hinaus eröffnet uns die Hopp-Beteiligung weitere interessante Perspektiven in Bereichen wie Kooperationsstrategien oder Wachstumsfinanzierung. DVI: Mit welchen positiven Überraschungen können D+S-Aktionäre im laufenden Jahr rechnen? Herr Plate: Wir haben als erklärten Bestandteil unserer Strategie die Durchführung von Akquisi-tionen zur weiteren Steigerung des Größe und Marktbedeutung der D+S und des Ertrages erklärt. Auf diesem Bereich planen wir, auch 2005 unsere Aktionäre nicht zu enttäuschen. DVI: Wie beurteilen Sie die Kursentwicklung in den ersten sieben Wochen des laufenden Geschäftsjahres? Herr Plate: Wir konnten im Jahresverlauf 2004 einen klaren Aufwärtstrend in unserem Aktienkurs verzeichnen. Ausgehend von EUR 1,92 Ende 2003 bewegte sich die Aktie in der zweiten Hälfte 2004 in der Range zwischen EUR 2,50 und EUR 3. Um den Jahreswechsel herum kam es zu einem rasanten Kursanstieg auf über EUR 3,50, dessen Ursprung aus dem Newsflow des Konzerns nicht ablesbar war. Zwischenzeitlich hat sich der Kurs relativ stabil bei EUR 3 angesiedelt. Das ist unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir 2004 erstmals in die schwarzen Zahlen vorgestoßen sind, ein akzeptabler Wert. Zugleich denke ich aber, dass sich die weitere Kursentwicklung an unsere positive Ergebnisentwicklung anlehnen wird. DVI: Hat sich Ihre Einstellung zum fairen Wert der Aktie verändert? Herr Plate: Wenn man den internationalen Peergroup-Vergleich betrachtet, dann sind wir immer noch preisgünstig bewertet. Insgesamt befindet sich unsere Anlegerstruktur, nachdem wir aus der Handelsphase als Turnaround-Wert heraus sind, im Wandel. Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Wochen die längerfristig orientierten Aktionäre ihre Anteile an der D+S europe AG weiter ausbauen werden. Insofern sind für die Zukunft optimistisch. DVI: Besten Dank für das Gespräch. Das Interview führte Chefredakteur Rochus C. Rüttnauer. http://www.das-vorstandsinterview.de
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