NS8: "Hoffen auf Zusammenarbeit mit Microsoft"
NS8,
gelistet an der New Yorker Börse, hat eine Vision: Das US-Unternehmen
will den Weltstandard hinsichtlich des Verwaltens von Inhalten und digitalen
Dienstleistungen in der Zukunft fest-legen. Darüber sprachen wir
mit dem Firmenchef Anthony Alda.
Instock:
Technologien, die den Datenklau jeder Ausprägung im Internet verhindern
sollen, sind ein ganz aktuelles Thema, mit dem sich Branchenriesen und
-zwerge beschäftigen. Wo sehen Sie sich derzeit am Markt positioniert?
Alda:
Unsere hauptsächlichen Konkurrenten sind vorwiegend Middelware-
und Streaming Server-Firmen (wie beispielsweise video-on-demand), die
gerade damit beginnen, Dienstleistungen für ein Management von
medialen Inhalten (Content) ihren Kunden anzubieten. Wir positionieren
uns in soweit darin, für zwei neue Märkte einen Content-Vertrieb
sowie Dienstleistungen zum Archivmanagement zu unterbreiten. Die zwei
Märkte sind der Telekommunikations- und der Satelliten-Sendermarkt.
Instock:
Wer sind Ihre direkten Konkurrenten und mit welchen Branchengrößen
müssen Sie sich ausein-andersetzen?
Alda:
Unsere großen Konkurrenten sind Firmen wie Broadstream, Kassena
und Orka. Große Firmen wie Microsoft und HP sehen wir nicht wirklich
als Konkurrenz, da diese ein ganzes Marktsegment freisetzen, welches
wir mit unseren Produktlösungen nur weiter vervollständigen.
Wir hoffen sogar mit Microsoft in Zukunft im Bereich Kundenerfahrung
zusammenarbeiten zu können, da so viele unserer Produktlösungen
darauf beruhen, Service-Providern (sprich Telekommunikations- und Satellitenfirmen)
weitere zukünftige Dienstleistungen anzubieten, welche auf Verbraucher-erfahrungswerten
der nächsten Generation basieren. Diese Dienstleistungen bedeuten
nahtlose Interaktivität und eine totale Kontrolle über ihre
Medienprogrammwahl. Zusätzlich bieten wir den Service-Providern
die gesamte digitale Dienstleistungskette mit den Möglichkeiten
an, Content-Verträge und Lizenzen komplett zu verwalten und dies
letztlich dann auch den Kunden anzubieten. Diese umfassende Architektur
gepaart mit der Tatsache das unsere Lösungen universell, transparent
und nicht hardware-abhängig sind, läßt uns der Konkurrenz
ein Schritt voraus sein.
Instock:
Was bedeutet universell, transparent und nicht hardwareabhängig?
Alda:
Universell bedeutet, das unsere Lösungen plattformunabhängig
sind, daß heißt auf PC, Macintosh, digitalen Set-Top-Boxen
und auf jeglichen Servern laufen. Transparenz bedeutet, unsere Lösungen
ermöglichen es, daß die Übermittlung des Contents selbst
mit eigenen Übertragungs- und Sicherheitskniffen arbeitet. Der
Endkonsument muß somit also nicht die Verbindung dieser Kniffe
verstehen, spezielle Player oder Clients kennen beziehungsweise sich
mit besonderen Softwaredownloads oder komplizierten Downloadsseiten
befassen. Nicht hardwareabhängig bedeutet, um den Content ständig
sicher und lückenlos zu übermitteln, muß der Konsument
oder der Content-Anbieter nicht in eine geschlossene Hardware investieren,
wie dem Apple IPod oder dem Sony BetaMax Businessmodell.
Instock:
Wer mit Sicherheitstechnologien Geld verdienen will, muß die Nase
ganz weit vorn haben. Wie groß ist Ihr technologischer Vorsprung?
Alda:
Wir glauben, daß die Sicherheitstechnologie eine begrenzte Lebensdauer
hat, was soviel heißt, daß jede Sicherheitslösung letztendlich
geknackt oder gehackt wird. Wir glauben auch, daß aufgrund unserer
Architektur bei SPI, welche eine eigene Sicherheitsmethodologie mit
bereits existierenden Verschlüsselungsstandards kombiniert, ein
sehr flexibles robustes und leichtes Sicherheitssystem dargestellt wird.
Unserer Meinung nach beträgt die Lebensdauer unseres Sicherheitssystems
ungefähr ein Jahr, was in der Softwarebranche eine Ewigkeit bedeutet
und für Hunderte von Millionen Dollar an Einsparungen beziehungsweise
Einnahmen stehen könnte. Nehmen wir zum Beispiel. einmal MSFT,
deren neue Produktveröffentlichungen oft schon gehackt wurden,
bevor sie offiziell auf den Markt kamen. Es werden etliche Patches benötigt,
die einem extrem teuer zu stehen kommen, einmal geldseitig und einmal,
was Glaubwürdigkeit und Ansehen am Markt widerspiegelt. SPI läuft
nun schon seit fast acht Monaten und wir sind zuversichtlich, das es
noch einige Zeit dauern wird, bis es geknackt werden wird. Gleichzeitig
arbeiten wir jedoch an der nächsten Generation unserer Produkte,
um die Lebensdauer zu verlängern und unseren bekannten Konkurrenten
einen Schritt voraus zu sein.
Instock:
Wie sind Ihre Angebote bisher rechtlich geschützt?
Alda:
Derzeitig haben wir drei Patente angemeldet, welche demselben Schutz
unterliegen, wie anerkannte Patente. Zusätzlich werden alle unsere
eigenen Produktdesigns durch den original Quellcode geschützt,
so wie jedes andere Softwareprodukt auch.
Instock:
Was passiert, wenn der oder die Rechte-Inhaber das Unternehmen verlassen?
Alda:
Technologien, die bei NS8 entwickelt oder an den gearbeitet wurde, sind
bis auf Widerruf rechtmäßiges Eigentum von NS8. Zur Zeit
ist NS8 der Eigentümer aller eigenen Technologien. Es gibt keine
anderen Eigentümer der Technologien außer NS8 selbst und
seinen drei Gründungsmitgliedern.
Instock:
Wie groß ist die Gefahr, daß Sie technologisch überholt
werden beziehungsweise das man Sie einfach kauft?
Alda:
Es gibt viele grundlegende Faktoren, die dies beeinflussen könnten.
Konkurrierende Firmen unserer Größenordnung könnten
es sich momentan nicht leisten, uns zu kaufen. Wir haben eine eigene
Technologie entwickelt, die uns befähigt hat, unsere Produkte mit
mehr als 15 Millionen Zeilen Originalcode zu entwickeln. Für andere
traditionelle Softwareentwicklungsfirmen würde die Entwicklung
eines Codes mit dem gleichen Umfang ein Investment von zwischen mehreren
hundert Millionen Dollar und 1,5 Milliarden Dollar bedeuten. Größere
Firmen, die direkt am digitalen Content-Vertriebsmarkt teilnehmen, wie
zum Beispiel Service-Provider, könnten an uns interessiert sein,
um ihre Dienstleistungspalette für Kunden und andere Firmen, welche
versuchen, im digitalen Content-Vertriebsmarkt Fuß zu fassen,
zu vergrößern. Als Firma werden wir die Annahme unserer Produktlösungen
mit einer Anzahl von Partnern aus der Industrie demonstrieren müssen
und damit beginnen, uns zu entfalten und uns den Platz als technologischer
Führer sichern, bevor dieser potentielle Wert erkannt wird.
Instock:
Was macht Sie so sicher, daß sich gerade ihre technologischen
Konzepte und Angebote am Markt durchsetzten können?
Alda:
NS8-Technologien optimieren und maximieren bereits existierende Infrastrukturen
und beinhalten keine zusätzlichen wesentlichen infrastrukturellen
Risiken beziehungsweise benötigen keine Investments von potentiellen
Partnern, um neue Einnahmemöglichkeiten zu schaffen. Die Einführungskosten
werden auch erheblich dadurch gesenkt, das nur ein einziger Anbieter
notwendig ist und dadurch, daß mindestens drei Serverfunktionen
mit einer kombiniert wurden. Dies stellt enorme Einsparungen bei den
Einführungskosten und laufenden Kosten dar und, mindestens genauso
wichtig, es ist eine vereinfachte und überlegene Bedienung für
den Endkunden.
Instock:
Wie stark ist Ihre Marktdurchdringung bisher und wie schlägt sich
das bereits in Umsatz und Gewinn nieder?
Alda:
Unsere Produktlösungen befinden sich in den letzten Teststufen
oder der Fertigstellung in Zusammenarbeit mit einer Anzahl wichtiger
Industriepartner. Wir testen Server und Hardware, die zusammen mit unseren
Produkten verkauft werden sollen, da unsere Softwaretechnologie in diesen
Servern arbeitet, und erwarten Anfang 2005 den Start. Deshalb konnte
unsere Firma noch keine Einnahmen bis jetzt verzeichnen. Aber es war
ein wichtiges Jahr für die Fertigstellung unserer Produktinitiativen,
bei denen wir wichtige Testklienten gewinnen konnten, unseren Umsatz
steigern und Marketingpersonal aufstocken konnten. Momentan fokussieren
wir vorrangig die zur Verfügungstellung unserer Produktlösungen
für den Telekommunikations- und Satellitensender-markt. Da unsere
Technologien dazu führen, das der Kundenstamm solcher Firmen anwächst,
haben unsere Einnahmen das Potential exponentiell zu wachsen. Wenn unsere
potentiellen Kunden unsere Produkte benutzen, um 20 Millionen Mitglieder
zu akquirieren, würden unsere stetigen Einnahmen, die von vier
unverkennbaren Produktangeboten abgeleitet sind, 1,2 Milliarden Dollar
überschreiten. Aktuell stellt das keinen signifikanten Marktdurchbruch
bei den gegebenen Möglichkeiten im Rahmen der Zielgruppe dar, aber
wir können momentan keine Schätzungen abgeben, wie lange dies
vielleicht dauern könnte. Wir rechnen jedoch mit 3 bis 5 Jahren.
Instock:
Ab wann wollen Sie schwarze Zahlen schreiben?
Alda:
Wenn alles glatt läuft, haben wir das Ziel, innerhalb von zwei
bis zweieinhalb Jahren den Break-even zu erreichen, gemessen ab dem
Zeitpunkt der ersten Einnahmen nach Markteinführung der Produkte.
Ob wir diesen Meilenstein erreichen werden oder nicht, wird sich in
der Zukunft zeigen. Ich kann zu all diesen Fragen keine Versicherung
abgeben, bis die Markteinführung vollzogen ist und die tatsächlichen
Einnahmen und Umsatzzahlen zur Verfügung stehen. Fragen Sie mich
noch einmal in sechs Monaten.
Instock:
Ist an eine Dividendenausschüttung gedacht?
Alda:
Wenn es Sinn macht, in naher Zukunft eine Dividende zu zahlen, wird
sich der Vorstand zu gegebener Zeit damit beschäftigen. Momentan
sind wir jedoch weit davon entfernt, solche Fragen in Erwägung
zu ziehen.
Instock:
Analysten rechnen damit, daß der Markt für Dienste im Bereich
video-on-demand um mehr als 300 Prozent in den kommenden sechs Jahren
wächst. Mit welchen Steigerungsraten rechnen Sie bis 2010?
Alda:
Wir glauben, daß der digitale content-on-demand Markt sogar noch
mehr innerhalb der nächsten sechs Jahre ansteigen wird. Ich würde
sogar sagen um 500 Prozent, weil wir gerade erst dabei sind, dieses
Gebiet zu erkunden und neue Ideen dabei aufkommen. Dies alles auf einer
neuen Basis, die die Konsumenten zu den verschiedensten Verhaltensmustern
in der Zukunft bewegen wird. Man kann dies mit der PC-Industrie vergleichen.
Im Jahr 1985 glaubte niemand, daß die meisten Haushalte in Nordamerika
eines Tages mit PC´s ausgestattet sein würden, ganz zu schweigen
von Laptops und anderen Gütern der Medienindustrie. Die ganze content-on-demand
Industrie steckt noch in den Kinderschuhen, der Markt ist weit entfernt
davon, ausgereift zu sein. Die Technologien, die heutzutage existieren,
sind derzeit nicht in der Lage, den Content so zu schützen und
zu übermitteln, daß die Eigentümer der Inhalte ohne
Bedenken ihre Daten zum digitalen Vertrieb freigeben. Es wird geschätzt,
daß mehr als 500 Milliarden Dollar an Content jährlich geschaffen
wird, zum Beispiel Software, Filme, Spiele und anderes. Momentan kann
mit diesem Content nur auf konventionelle Vertriebsweise Handel betrieben
werden, was bedeutet, daß sich der Ursprungspreis des Contents
vervierfachen kann. NS8 ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort positioniert,
um allen Contenteigentümern und Distributeuren dieser Welt einen
neuen Vertriebsweg anzubieten - das Digital Distribution Network Model.
Die Industrie sucht nach einem Standard und bis zum heutigen Tage sind
die angebotenen Lösungen unvollständig und fehlerhaft. Wir
haben die Vision und vorzeigbare Lösungen, die, wie wir glauben,
de facto den Weltstandard hinsichtlich des Verwaltens von Contents und
digitalen Dienstleistungen in der Zukunft festlegen könnten.
Instock:
Wie ist die Aktionärsstruktur und wie ist das Management am Unternehmen
beteiligt?
Alda:
Von den derzeit ungefähr 90 Millionen emittierten Aktien befinden
sich rund 50 Millionen Aktien im Umlauf. Das Management, Insider und
Angestellte halten zirka 40 bis 45 Millionen Aktien, der Rest ist in
den Händen von Investoren aus vorherigen Finanzierungsrunden.
Die aktuelle NS8-Analyse vom Institut für Nebenwerteanalyse finden
Sie hier.
www.instock.de