26.10.04  Instock-Interview - NS8 Corporation (Ticker: NSEO)

NS8: "Hoffen auf Zusammenarbeit mit Microsoft"

NS8 HomepageNS8, gelistet an der New Yorker Börse, hat eine Vision: Das US-Unternehmen will den Weltstandard hinsichtlich des Verwaltens von Inhalten und digitalen Dienstleistungen in der Zukunft fest-legen. Darüber sprachen wir mit dem Firmenchef Anthony Alda.

Instock:
Technologien, die den Datenklau jeder Ausprägung im Internet verhindern sollen, sind ein ganz aktuelles Thema, mit dem sich Branchenriesen und -zwerge beschäftigen. Wo sehen Sie sich derzeit am Markt positioniert?

Alda:
Unsere hauptsächlichen Konkurrenten sind vorwiegend Middelware- und Streaming Server-Firmen (wie beispielsweise video-on-demand), die gerade damit beginnen, Dienstleistungen für ein Management von medialen Inhalten (Content) ihren Kunden anzubieten. Wir positionieren uns in soweit darin, für zwei neue Märkte einen Content-Vertrieb sowie Dienstleistungen zum Archivmanagement zu unterbreiten. Die zwei Märkte sind der Telekommunikations- und der Satelliten-Sendermarkt.

Instock:
Wer sind Ihre direkten Konkurrenten und mit welchen Branchengrößen müssen Sie sich ausein-andersetzen?

Alda:
Unsere großen Konkurrenten sind Firmen wie Broadstream, Kassena und Orka. Große Firmen wie Microsoft und HP sehen wir nicht wirklich als Konkurrenz, da diese ein ganzes Marktsegment freisetzen, welches wir mit unseren Produktlösungen nur weiter vervollständigen. Wir hoffen sogar mit Microsoft in Zukunft im Bereich Kundenerfahrung zusammenarbeiten zu können, da so viele unserer Produktlösungen darauf beruhen, Service-Providern (sprich Telekommunikations- und Satellitenfirmen) weitere zukünftige Dienstleistungen anzubieten, welche auf Verbraucher-erfahrungswerten der nächsten Generation basieren. Diese Dienstleistungen bedeuten nahtlose Interaktivität und eine totale Kontrolle über ihre Medienprogrammwahl. Zusätzlich bieten wir den Service-Providern die gesamte digitale Dienstleistungskette mit den Möglichkeiten an, Content-Verträge und Lizenzen komplett zu verwalten und dies letztlich dann auch den Kunden anzubieten. Diese umfassende Architektur gepaart mit der Tatsache das unsere Lösungen universell, transparent und nicht hardware-abhängig sind, läßt uns der Konkurrenz ein Schritt voraus sein.


Instock:
Was bedeutet universell, transparent und nicht hardwareabhängig?

Alda:
Universell bedeutet, das unsere Lösungen plattformunabhängig sind, daß heißt auf PC, Macintosh, digitalen Set-Top-Boxen und auf jeglichen Servern laufen. Transparenz bedeutet, unsere Lösungen ermöglichen es, daß die Übermittlung des Contents selbst mit eigenen Übertragungs- und Sicherheitskniffen arbeitet. Der Endkonsument muß somit also nicht die Verbindung dieser Kniffe verstehen, spezielle Player oder Clients kennen beziehungsweise sich mit besonderen Softwaredownloads oder komplizierten Downloadsseiten befassen. Nicht hardwareabhängig bedeutet, um den Content ständig sicher und lückenlos zu übermitteln, muß der Konsument oder der Content-Anbieter nicht in eine geschlossene Hardware investieren, wie dem Apple IPod oder dem Sony BetaMax Businessmodell.

Instock:
Wer mit Sicherheitstechnologien Geld verdienen will, muß die Nase ganz weit vorn haben. Wie groß ist Ihr technologischer Vorsprung?

Alda:
Wir glauben, daß die Sicherheitstechnologie eine begrenzte Lebensdauer hat, was soviel heißt, daß jede Sicherheitslösung letztendlich geknackt oder gehackt wird. Wir glauben auch, daß aufgrund unserer Architektur bei SPI, welche eine eigene Sicherheitsmethodologie mit bereits existierenden Verschlüsselungsstandards kombiniert, ein sehr flexibles robustes und leichtes Sicherheitssystem dargestellt wird. Unserer Meinung nach beträgt die Lebensdauer unseres Sicherheitssystems ungefähr ein Jahr, was in der Softwarebranche eine Ewigkeit bedeutet und für Hunderte von Millionen Dollar an Einsparungen beziehungsweise Einnahmen stehen könnte. Nehmen wir zum Beispiel. einmal MSFT, deren neue Produktveröffentlichungen oft schon gehackt wurden, bevor sie offiziell auf den Markt kamen. Es werden etliche Patches benötigt, die einem extrem teuer zu stehen kommen, einmal geldseitig und einmal, was Glaubwürdigkeit und Ansehen am Markt widerspiegelt. SPI läuft nun schon seit fast acht Monaten und wir sind zuversichtlich, das es noch einige Zeit dauern wird, bis es geknackt werden wird. Gleichzeitig arbeiten wir jedoch an der nächsten Generation unserer Produkte, um die Lebensdauer zu verlängern und unseren bekannten Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein.

Instock:
Wie sind Ihre Angebote bisher rechtlich geschützt?

Alda:
Derzeitig haben wir drei Patente angemeldet, welche demselben Schutz unterliegen, wie anerkannte Patente. Zusätzlich werden alle unsere eigenen Produktdesigns durch den original Quellcode geschützt, so wie jedes andere Softwareprodukt auch.

Instock:
Was passiert, wenn der oder die Rechte-Inhaber das Unternehmen verlassen?

Alda:
Technologien, die bei NS8 entwickelt oder an den gearbeitet wurde, sind bis auf Widerruf rechtmäßiges Eigentum von NS8. Zur Zeit ist NS8 der Eigentümer aller eigenen Technologien. Es gibt keine anderen Eigentümer der Technologien außer NS8 selbst und seinen drei Gründungsmitgliedern.

Instock:
Wie groß ist die Gefahr, daß Sie technologisch überholt werden beziehungsweise das man Sie einfach kauft?

Alda:
Es gibt viele grundlegende Faktoren, die dies beeinflussen könnten. Konkurrierende Firmen unserer Größenordnung könnten es sich momentan nicht leisten, uns zu kaufen. Wir haben eine eigene Technologie entwickelt, die uns befähigt hat, unsere Produkte mit mehr als 15 Millionen Zeilen Originalcode zu entwickeln. Für andere traditionelle Softwareentwicklungsfirmen würde die Entwicklung eines Codes mit dem gleichen Umfang ein Investment von zwischen mehreren hundert Millionen Dollar und 1,5 Milliarden Dollar bedeuten. Größere Firmen, die direkt am digitalen Content-Vertriebsmarkt teilnehmen, wie zum Beispiel Service-Provider, könnten an uns interessiert sein, um ihre Dienstleistungspalette für Kunden und andere Firmen, welche versuchen, im digitalen Content-Vertriebsmarkt Fuß zu fassen, zu vergrößern. Als Firma werden wir die Annahme unserer Produktlösungen mit einer Anzahl von Partnern aus der Industrie demonstrieren müssen und damit beginnen, uns zu entfalten und uns den Platz als technologischer Führer sichern, bevor dieser potentielle Wert erkannt wird.

Instock:
Was macht Sie so sicher, daß sich gerade ihre technologischen Konzepte und Angebote am Markt durchsetzten können?

Alda:
NS8-Technologien optimieren und maximieren bereits existierende Infrastrukturen und beinhalten keine zusätzlichen wesentlichen infrastrukturellen Risiken beziehungsweise benötigen keine Investments von potentiellen Partnern, um neue Einnahmemöglichkeiten zu schaffen. Die Einführungskosten werden auch erheblich dadurch gesenkt, das nur ein einziger Anbieter notwendig ist und dadurch, daß mindestens drei Serverfunktionen mit einer kombiniert wurden. Dies stellt enorme Einsparungen bei den Einführungskosten und laufenden Kosten dar und, mindestens genauso wichtig, es ist eine vereinfachte und überlegene Bedienung für den Endkunden.

Instock:
Wie stark ist Ihre Marktdurchdringung bisher und wie schlägt sich das bereits in Umsatz und Gewinn nieder?

Alda:
Unsere Produktlösungen befinden sich in den letzten Teststufen oder der Fertigstellung in Zusammenarbeit mit einer Anzahl wichtiger Industriepartner. Wir testen Server und Hardware, die zusammen mit unseren Produkten verkauft werden sollen, da unsere Softwaretechnologie in diesen Servern arbeitet, und erwarten Anfang 2005 den Start. Deshalb konnte unsere Firma noch keine Einnahmen bis jetzt verzeichnen. Aber es war ein wichtiges Jahr für die Fertigstellung unserer Produktinitiativen, bei denen wir wichtige Testklienten gewinnen konnten, unseren Umsatz steigern und Marketingpersonal aufstocken konnten. Momentan fokussieren wir vorrangig die zur Verfügungstellung unserer Produktlösungen für den Telekommunikations- und Satellitensender-markt. Da unsere Technologien dazu führen, das der Kundenstamm solcher Firmen anwächst, haben unsere Einnahmen das Potential exponentiell zu wachsen. Wenn unsere potentiellen Kunden unsere Produkte benutzen, um 20 Millionen Mitglieder zu akquirieren, würden unsere stetigen Einnahmen, die von vier unverkennbaren Produktangeboten abgeleitet sind, 1,2 Milliarden Dollar überschreiten. Aktuell stellt das keinen signifikanten Marktdurchbruch bei den gegebenen Möglichkeiten im Rahmen der Zielgruppe dar, aber wir können momentan keine Schätzungen abgeben, wie lange dies vielleicht dauern könnte. Wir rechnen jedoch mit 3 bis 5 Jahren.

Instock:
Ab wann wollen Sie schwarze Zahlen schreiben?

Alda:
Wenn alles glatt läuft, haben wir das Ziel, innerhalb von zwei bis zweieinhalb Jahren den Break-even zu erreichen, gemessen ab dem Zeitpunkt der ersten Einnahmen nach Markteinführung der Produkte. Ob wir diesen Meilenstein erreichen werden oder nicht, wird sich in der Zukunft zeigen. Ich kann zu all diesen Fragen keine Versicherung abgeben, bis die Markteinführung vollzogen ist und die tatsächlichen Einnahmen und Umsatzzahlen zur Verfügung stehen. Fragen Sie mich noch einmal in sechs Monaten.

Instock:
Ist an eine Dividendenausschüttung gedacht?

Alda:
Wenn es Sinn macht, in naher Zukunft eine Dividende zu zahlen, wird sich der Vorstand zu gegebener Zeit damit beschäftigen. Momentan sind wir jedoch weit davon entfernt, solche Fragen in Erwägung zu ziehen.

Instock:
Analysten rechnen damit, daß der Markt für Dienste im Bereich video-on-demand um mehr als 300 Prozent in den kommenden sechs Jahren wächst. Mit welchen Steigerungsraten rechnen Sie bis 2010?

Alda:
Wir glauben, daß der digitale content-on-demand Markt sogar noch mehr innerhalb der nächsten sechs Jahre ansteigen wird. Ich würde sogar sagen um 500 Prozent, weil wir gerade erst dabei sind, dieses Gebiet zu erkunden und neue Ideen dabei aufkommen. Dies alles auf einer neuen Basis, die die Konsumenten zu den verschiedensten Verhaltensmustern in der Zukunft bewegen wird. Man kann dies mit der PC-Industrie vergleichen. Im Jahr 1985 glaubte niemand, daß die meisten Haushalte in Nordamerika eines Tages mit PC´s ausgestattet sein würden, ganz zu schweigen von Laptops und anderen Gütern der Medienindustrie. Die ganze content-on-demand Industrie steckt noch in den Kinderschuhen, der Markt ist weit entfernt davon, ausgereift zu sein. Die Technologien, die heutzutage existieren, sind derzeit nicht in der Lage, den Content so zu schützen und zu übermitteln, daß die Eigentümer der Inhalte ohne Bedenken ihre Daten zum digitalen Vertrieb freigeben. Es wird geschätzt, daß mehr als 500 Milliarden Dollar an Content jährlich geschaffen wird, zum Beispiel Software, Filme, Spiele und anderes. Momentan kann mit diesem Content nur auf konventionelle Vertriebsweise Handel betrieben werden, was bedeutet, daß sich der Ursprungspreis des Contents vervierfachen kann. NS8 ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort positioniert, um allen Contenteigentümern und Distributeuren dieser Welt einen neuen Vertriebsweg anzubieten - das Digital Distribution Network Model. Die Industrie sucht nach einem Standard und bis zum heutigen Tage sind die angebotenen Lösungen unvollständig und fehlerhaft. Wir haben die Vision und vorzeigbare Lösungen, die, wie wir glauben, de facto den Weltstandard hinsichtlich des Verwaltens von Contents und digitalen Dienstleistungen in der Zukunft festlegen könnten.

Instock:
Wie ist die Aktionärsstruktur und wie ist das Management am Unternehmen beteiligt?

Alda:
Von den derzeit ungefähr 90 Millionen emittierten Aktien befinden sich rund 50 Millionen Aktien im Umlauf. Das Management, Insider und Angestellte halten zirka 40 bis 45 Millionen Aktien, der Rest ist in den Händen von Investoren aus vorherigen Finanzierungsrunden.

Die aktuelle NS8-Analyse vom Institut für Nebenwerteanalyse finden Sie hier.

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