Basler: „Es war keiner besser als wir“
Die
Basler AG verzeichnete 2004 eine regelrechte Gewinnexplosion. Wir sprachen
mit Finanzchef Peter Krumhoff über die Hintergründe und die
weiteren Pläne des Ahrensburger Unternehmens. Basler entwickelt,
produziert und vertreibt Vision Technology – die Technologie des
künstlichen Sehens.
Instock:
Sie haben 2004 Ihren Vorsteuergewinn um 633 Prozent auf 5,1 Millionen,
Ihren Nettogewinn sogar auf 7,1 Millionen Euro ausgebaut. Wie werden
daran die Aktionäre beteiligt?
Krumhoff:
Wir werden für 2004 keine Dividende zahlen. Wir benötigen
das Geld für das weitere Wachstum des Unternehmens. Davon profitieren
letztendlich alle. Dazu kommt, dass unser Cash flow mit 3,3 Millionen
nicht allzu hoch ist und wir deshalb jeden Euro für die weitere
Entwicklung benötigen.
Instock:
Wie kam es 2004 eigentlich zu dieser Gewinnexplosion, der Umsatz stieg
ja nur um vergleichsweise geringe 47 Prozent?
Krumhoff:
Wir haben das alles selbst erarbeitet. Gute Skaleneffekte und nahezu
stabile Fixkosten bei deutlich gestiegenen Umsätzen sorgten für
die Gewinnexplosion. Da ist gar nichts mysteriös oder ungewöhnlich.
Instock:
So ganz gewöhnlich war der 2004-Gewinnsprung wohl nicht, schließlich
ist die 2005-Prognose wesentlich moderater ausgefallen. Wieso sind Sie
so zurückhaltend?
Krumhoff:
2005 ist wie immer bei Basler eine konservative Prognose. Wir sind lieber
etwas zurückhaltender. Im Fall des Falles heben wir die Prognose
lieber im Laufe des Jahres an. Allerdings ist gerade für das erste
Halbjahr 2005 eine verstärkte Investitionszurückhaltung zu
erwarten. Allerdings ist das von Branche zu Branche unterschiedlich.
Instock:
2005 ist mehr als zwei Monate alt. Wie lief es bisher?
Krumhoff:
So wie vorausgesagt.
Instock:
Mit welchem Auftragseingang rechnen Sie für das laufende Geschäftsjahr?
Krumhoff:
Wir hatten 2004 eine Steigerung des Auftragsbestandes auf 50 Millionen
Euro. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen wir mit einem
wesentlich größeren Auftragsvolumen. Allerdings müssen
wir auch an dieser Stelle auf das zweite Halbjahr warten.
Instock:
Wollen Sie nur organisch wachsen oder sind auch Zukäufe geplant?
Krumhoff:
Akquisitionen sind für uns immer ein Thema. Wir sehen uns schon
seit Jahren um.
Instock:
Woran scheiterten bisher die Bemühungen?
Krumhoff:
Wir haben noch niemand gefunden, der uns gefallen hat. Es war keiner
besser als wir.
Instock:
Was die Aktionäre von Basler halten, zeigt der Kursgewinn von mehr
als 40 Prozent im vergangenen Jahr. Fühlen Sie sich an der Börse
fair bewertet?
Krumhoff:
Wenn man sich unser Kurs-Gewinn-Verhältnis betrachtet und das im
Verhältnis zu anderen Unternehmen sieht, gibt es da sicherlich
noch Luft, doch das muss jeder Anleger für sich entscheiden.
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