12.07.04  Instock-Interview - W.O.M. World of Medicine AG (WKN: 663739)

W.O.M.: "Haben keinen Cash-Abfluss mehr"

W.O.M. HomepageDie W.O.M. World of Medicine AG (Prime Standard) mit Sitz in Ludwigsstadt und einer Niederlassung in Berlin hat sich vor allem auf dem Gebiet der Minimalinvasiven Chirurgie einen Namen gemacht. In den vergangenen Jahren knirschte es heftig im Gebälk und rote Zahlen bestimmten das Geschehen. Nun hat W.O.M. eine Kapitalerhöhung zur Wachstums-finanzierung durchgeführt. Wir sprachen darüber mit Finanzvorstand Michael Ott.

Instock:
Sie haben gerade eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Warum haben Sie dabei die Aktionäre vom Bezugsrecht ausgeschlossen?

Ott:
Zum einen ermöglicht die Satzung genau diesen Ausschluss der Altaktionäre für eine relativ kleine Kapitalerhöhung, weil dadurch enorme Kosten entstehen würden. So haben wir wenige institutionelle Investoren, die die Kapitalerhöhung übernommen haben. Es ist einfach deutlich effizienter und es verwässert den bisherigen Aktionärsbesitz nur ganz unwesentlich.

Instock
Auch im Hinblich auf die Verwässerung des Aktienbestandes der Altaktionäre sehen Sie keine Probleme?

Ott:
Nein, da sehe ich keine.

Instock:
Brutto fließen Ihnen 2,416 Millionen Euro zu. Und netto?

Ott:
Die Kosten bewegen sich im üblichen Rahmen einer so kleinen Kapitalerhöhung. Das wird im Vergleich zu brutto nur unwesentlich weniger sein. Wir haben das alles sehr schlank organisiert.

Instock:
Laut Pressemitteilung soll das jetzt eingesammelte Kapital für das weitere Wachstum im Bereich Minimalinvasive Chirurgie eingesetzt werden. Können Sie das konkretisieren?

Ott:
Wir haben ja noch einen finanziellen Spielraum von 2 Millionen Euro gehabt.

Instock:
Sie verbrennen ja auch immer noch Geld.

Ott:
In der Medizintechnik sind wir seit etlichen Monaten cash-positiv.

Instock:
In anderen Bereichen sieht es dafür schlechter aus.

Ott:
Auch im gesamten Unternehmen hält sich das in etwas seit einigen Quartalen die Waage. Wir haben derzeit keinen Cash-Abfluss mehr.

Instock:
Vom ersten Quartal 2003 zum ersten Quartal 2004 haben Sie gut 300.000 Euro an liquiden Mitteln verbraucht.

Ott:
Wir liegen jetzt aber in etwa Cash ausgeglichen.

Instock:
Zur Verwertung der Mittel...

Ott:
Diese 2 Millionen Euro sind nicht gerade ein üppiger Spielraum, um insbesondere das Medizingeschäft weiter nach vorn zu bringen. Wir sind sehr gut unterwegs, was den asiatischen Markt betrifft. Das hat ja das erste Quartal gezeigt. Wir haben im Rest der Welt 35 Prozent Steigerung. Allein in China, wenn ich den Zeitraum von Januar bis Mai betrachte, hatten wir 50 Prozent Plus gegenüber dem Vorjahreswert. In den USA hatten wir 50 Prozent Plus auf US-Dollar-Basis. Wir wachsen im Medizinmarkt recht gut. Das Geld aus der Kapitalerhöhung soll uns ermöglichen, diese Aktivitäten auch weiter aufrechtzuerhalten und nach vorne zu bringen.

Instock:
Damit ist die Frage, wofür Sie das Geld ausgeben wollen, noch nicht beantwortet?

Ott:
Im wesentlichen soll das als „working Kapital“ für diesen Bereich genutzt werden.

Instock:
Aus dem Bericht zum ersten Quartal 2004 geht hervor, dass der Bereich IB Laser nicht läuft. Wollen Sie den in der kommenden Zeit schließen, abstoßen oder zu einem profitablen Geschäft umwandeln?

Ott:
Es ist so, dass wir diesen Bereich unterstützen, um den Turnaround wieder hinzubekommen. Ich gehe davon aus, dass wir im ersten Quartal hier die absolute Talsohle erreicht hatten und wir mit den eingeleiteten Maßnahmen auf dem Weg des operativen Turarounds sind. Unabhängig davon sind wir dabei, diesen Kernbereich möglicherweise zu verkaufen. Allerdings ist es auch klar, dass die derzeitige Marktsituation nicht gerade freundlich für ein solches Vorhaben ist. Aber, die Verhandlungen laufen.

Instock:
Sie schreiben noch rote Zahlen. Wann will W.O.M. wieder schwarz sehen?

Ott:
Wir arbeiten hart daran, operativ wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Dazu haben wir unsere Mitarbeiterzahl verringert, insgesamt die Kosten reduziert und sehr gute Produkte, die vom Markt nachgefragt werden. Das belegt auch unser sehr gut gefülltes Auftragsbuch. Wichtig ist für uns, dass die Break-even-Schere enger wird.

Instock:
Der Juni ist vorbei, wie lief das zweite Quartal?

Ott:
Wir liegen beim Umsatz über dem des zweiten Quartals 2003 und über dem des ersten Quartals 2004. Das gilt auch für das Ergebnis.

Instock:
Haben Sie Ihre eigenen Planvorgaben erreicht?

Ott:
Ja, wir liegen im Plan.

Instock:
Wie sieht die Ergebnis-Prognose für 2004 aus?

Ott:
Wir werden operativ im Plus sein.

Instock:
Und netto?

Ott:
Da auch. Allerdings bleibt das Risiko der schwankenden Wechselkurse zwischen Euro und US-Dollar.

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