02.11.04  Instock-Interview - IDS Scheer AG (WKN: 625700)

IDS Scheer: "Haben ein sehr gutes Jahr"

IDS Scheer HomepageIDS Scheer, einst eine universitäre Ausgründung, decken heute das gesamte Spektrum der IT-Beratung ab. Doch auch ein international erfolgreiches Unternehmen leidet unter der Investitionszurückhaltung in Deutschland und darüber hinaus. Die Vorlage der Quartalszahlen wurde nun durch eine Umsatzreduzierung getrübt. Wir sprachen darüber mit den Vorstandssprechern Ferri Abolhassan und Helmut Kruppke.

Instock:
Die Ad-hoc-Mitteilung zu den Neun-Monatszahlen war gelinde gesagt etwas unübersichtlich und die Zahlen für das dritte Quartal fehlten völlig. Warum?

Kruppke:
Wir haben kontinuierlich die Neun-Monatszahlen berichtet, ähnlich wie wir zum Halbjahr die Halbjahreszahlen veröffentlichten. Selbstverständlich sind die Quartalszahlen im offiziellen Neun-Monatsbericht ausgewiesen. Den gibt es beispielsweise auf unserer Internetseite.

Instock:
Was auch in der Ad-hoc fehlte, war der Vergleich der Zahlen mit der eigenen Planung. Wie nahe sind Sie mit den Neun-Monatszahlen Ihren eigenen Vorgaben gekommen?

Abolhassan:
Was wir ausgewiesen haben, war die Planung für das Gesamtjahr. Dazu haben wir Stellung bezogen, sowohl zum EBITDA als auch zum Umsatz. Für das Quartal oder den Berichtszeitraum haben wir keine extra ausgewiesenen Planzahlen.

Instock:
Liegen Sie mit den vorgelegten Zahlen in Linie, eingedenk der Tatsache, daß Sie etwas weniger umsetzen wollen?

Abolhassan:
Wir liegen jetzt genau im Plan, um diese leicht angepaßte Jahresplanung zu erreichen.

Kruppke:
Es wird sicherlich im vierten Quartal in Summe eine leichte Abweichung geben. Beispielsweise werden die Währungseffekte – eine der Hauptkomponenten, die zur leichten Korrektur unserer Umsatzerwartung führten – da hineinstrahlen. Die kennen wir selbstverständlich schon länger, doch wirken sie sich dann aus.

Instock:
Welche Schlußfolgerung ziehen Sie für das kommende Jahr daraus, daß Sie bei Ihrer Planung bezüglich der Währungseffekte etwas zu optimistisch waren?

Kruppke:
Ich kann nicht sagen, daß ich nach dem Währungsverlauf dieses Jahres nun von einem extrem hohen Euro ausgehen werde. Damit kann man dann genauso danebenliegen. Damit würde man zwar Puffer aufbauen, aber von einer soliden Planung ist man dann auch weit weg.

Abolhassan:
Wir verlassen uns bei der Währungsproblematik nicht auf eigene Spekulationen. Das ist ja nicht unsere Kernkompetenz. Wir verlassen uns auf die Konsens-Schätzungen der Bankhäuser.

Instock:
Weiterhin ist davon die Rede, daß Kunden Projekte verschoben haben. Das macht in etwa 10 Millionen Euro Umsatz aus. Sind die Projekte noch eher kurzfristig zu realisieren oder mehrheitlich bis zum Sankt-Nimmerleinstag verschoben?

Abolhassan:
Das ist natürlich eine Grauzone, wie sie jede Prognose enthält. Man kann die Zukunft nun einmal nicht vorhersehen. Die einzelnen Fälle sind höchst unterschiedlich gelagert und wir sprechen hier nicht von einem Markttrend. Das heißt keinesfalls, IDS verliert Marktanteile. Ganz im Gegenteil, IDS gewinnt Marktanteile. Denn mit 24 Prozent Wachstum sind wir immer noch ein deutlicher Outperformer.

Kruppke:
Wir reden darüber, daß wir uns noch ehrgeiziger bei einigen Projekten einsetzen müssen. Wir reden mit Sicherheit nicht darüber, daß wir uns in irgendeinem Negativkanal befinden. Das gilt sowohl regional, als auch branchenbezogen. Sicherlich kann es passieren, daß einige dieser Fälle, die verschoben wurden, in einigen Tagen wieder mit voller Kraft vorangetrieben werden. Das ist schwer vorherzusehen, weil auch die Unternehmen mit solchen Überraschungen nicht absichtlich aufgewartet haben.

Instock:
Sie sprachen eingangs Ihre 2004-Jahresplanung an. Darin fehlen die Vorgaben für den Nettogewinn. Warum behalten Sie diese unter Verschluß?

Abolhassan:
Wir haben schon einen Ausblick auf den Nettogewinn gegeben. Wir haben gesagt, daß der signifikant steigen wird.

Kruppke:
Wir haben zum Zweiten gesagte, daß er auf die neun Monate berechnet bereits um 18 Prozent gestiegen ist und das wir keine Indikatoren haben, daß da im vierten Quartal irgendetwas reduziert wird.

Instock:
In vielen Wirtschaftsbereichen gilt das vierte Quartal als besonders stark. Ist das bei IDS Scheer ebenfalls so?

Abolhassan:
Ja, normalerweise ist das vierte bei uns ein starkes Quartal. Wir haben allerdings in dieser vorgenommenen Korrektur auch mögliche Risiken berücksichtigt.

Instock:
Das vierte Quartal ist bereits einen Monat alt. War dieser konservative Ansatz, die Umsatzprognose um 5 Prozent zu senken, richtig oder läuft das Quartal besser als befürchtet?

Kruppke:
Wenn wir jetzt wüßten, ob wir zu konservativ geplant haben, hätten wir das bei der Meldung der Neun-Monatszahlen sicherlich berücksichtigt. Ich denke, daß ist insgesamt eine sehr leichte Reduzierung unseres ursprünglichen Ansatzes. Wir reden ja nicht davon, daß wir die Schwelle von Wachstum und Nicht-Wachstum mit der leichten Reduzierung überschreiten würden. Wir haben immer noch ein sehr großes Wachstum und deshalb haben wir seit der Veröffentlichung der Prognose und heute keine Neuigkeiten.

Abolhassan:
Man muß klar sagen, der Oktober ist gut gelaufen. Wir reden jetzt darüber, ob wir im vierten Quartal 75 Millionen Euro Umsatz erzielen oder mehr. Auch bei 75 Millionen Euro kann man nicht sagen, daß das nicht eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorquartalen ist. Richtig ist allerdings auch, daß wir unsere Planung lieber übertreffen wollen, aber wir können das heute nicht bestätigen. Sonst hätten wir die Anpassung nicht machen müssen. Wir meinen aber, daß wir mit 24 Prozent Umsatzwachstum in jedem Fall ein sehr gutes Jahr haben.

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