Sino: "100 Prozent zufrieden mit dem Börsengang"
Der
Börsengang der Sino AG sorgte unlängst für Aufmerksamkeit.
Nicht wegen seiner Größe, sondern wegen der Tatsache, daß
jemand so etwas überhaupt wagte. Wir sprachen mit Gründer
und Vorstand Ingo Hillen über den Gang an die Börse.
Instock:
Die Sino AG ist seit einigen Tagen an der Börse. Wie zufrieden
sind Sie mit der bisherigen Entwicklung?
Hillen:
Sehr zufrieden. Wir sind bei 7,40 Euro je Aktie gestartet. Wir lagen
einen Tag später bei 7,75 Euro und das bei sehr guten Umsätzen
schon am ersten Tag. Nicht zuletzt haben wir eine gewisse Aufmerksamkeit
in der Öffentlichkeit bekommen. Beachtung fand dabei vor allem
unser neues Produktangebot zum außerbörslichen Handel mit
Optionsscheinen und Zertifikaten. Das ist uns sehr wichtig dieser Bereich
soll der Wachstumsmotor der nächsten Jahre werden.
Instock:
Halten Sie einen Börsengang für das richtige Instrument, ein
neues Produkt oder auch die gesamte Firma ins Rampenlicht zu rücken?
Hillen:
Ich glaube, ein Börsengang hat immer, ob heute oder Ende der 90er
Jahre, mit Publizität zu tun. Das war für uns aber nur ein
Grund. Der zweite wesentliche Grund ist, daß wir gerade im ersten
Halbjahr 2004 von immer mehr Privatinvestoren, aber auch von dem einen
oder anderen Small Cap-Haus angesprochen wurden, die sich an Sino beteiligen
wollten. Und vor allen Dingen wollten dies auch alte und neue Kunden
der Sino.
Instock:
Andere regeln so etwas außerbörslich.
Hillen:
Telefonhandel von nicht notierten Aktien ist oft langwierig. Vor diesem
Hintergrund ist es sinnvoll, so einen Handel über die Börse
darstellen zu können. Dabei kommt noch der Aspekt dazu, daß
wir dadurch in allen wichtigen Wirtschaftsmedien präsent sind.
Damit wurde der Bekanntheitsgrad der Marke Sino gefördert. Unsere
Zugriffe im Internet haben sich mehr als verdoppelt. Insofern glaube
ich, daß der Börsengang für uns genau das Richtige war.
Wir, Matthias Hocke und ich, halten als Vorstände etwa 38,5 Prozent
der Aktien und haben - auch als wesentliche Aktionäre – die
Kosten des Börsenganges sehr genau kalkuliert. Wir haben selbstverständlich
im Vorfeld alle Aspekte abgewogen und sind mehr denn je davon überzeugt,
daß dieser Schritt richtig war.
Instock:
Sie sind nicht die ersten, die diesen Weg gewählt haben. Bei den
meisten kleinen Börsengängen ist dieser Werbeeffekt relativ
schnell wieder verpufft. Was machen Sie, um diesen den Schwung aus dem
IPO möglichst schnell in klingende Münze umzusetzen?
Hillen:
Wir haben in diesen Börsengang sehr viel Arbeit investiert und
sind sowohl mit der Abwicklung durch unsere Partner, beispielsweise
HSBC Trinkaus & Burkhardt als auch mit dem Echo in der Öffentlichkeit
sehr zufrieden. Unser Angebot im Direkhandel: Limitorders und größte
Emittenten zu niedrigsten Konditionen findet sehr guten Anklang bei
Interessenten und Neukunden.
Instock:
Sie haben den Börsengang ohne Kapitalerhöhung durchgezogen.
Braucht die Sino AG kein frisches Geld und wollten Sie keine Aktien
abgeben?
Hillen:
Ja, beides stimmt. Sino hat keinerlei Bankverbindlichkeiten und Matthias
Hocke und ich wollen noch sehr lange große Aktionäre bei
Sino bleiben. Wir sind seit Jahren profitabel und unser Cash-flow ist
deutlich höher als unser Gewinn, weil wir nach wie vor relativ
hohe Abschreibungen haben. Gleichzeitig stehen keine großen Investitionen
an. Ganz im Gegenteil, das von der tick-IT GmbH , einem Beteiligungsunternehmen
der Sino, entwickelte Handelssystem „Sino x-trader pro“
in der Version 2 ist fertig und wird nur noch erweitert. Auch die Ersatzinvestitionen
für Hardware sind im überschaubaren Bereich und können
sehr einfach aus dem Cash-flow finanziert werden. Insofern besteht kein
Bedarf für eine Kapitalerhöhung.
Instock:
Der Day-Trader-Bereich in Deutschland ist sehr überschaubar. Weshalb
kommen die Leute gerade zu Sino?
Hillen:
Wir gewinnen seit Jahren stetig Neukunden weil wir ihnen ein exzellentes
Paket anbieten. Bei Sino sind 15 Händler, Techniker und Programmierer
damit beschäftigt, sich um die Belange unserer 300 Kunden zu kümmern.
Das ist eine Rate von 1 zu 20. Ausserdem bieten wir hochleistungs-fähige
Frontends, mit HSBC Trinkaus eine renommierte Bank und schließlich
faire und attraktive Gebühren.
Instock:
Da müssen 300 Trader 15 Leute finanzieren. Das klingt nach hohen
Kosten?
Hillen:
Ganz und gar nicht. Wir bieten sehr attraktive Gebühren, das Handelsvolumen
dieser Trader ist nur bei weitem höher als der Durchschnitt. so
handelt ein Sino Kunde im Durchschnitt knapp 200 mal im Monat. Wir bieten
im außerbörslichen Bereich die niedrigsten Gebühren.
Dazu kommt, daß wir mit HSBC einen renommierten und kapitalstarken
Partner haben. Ehemalige Systracom-Kunden wissen das zu schätzen.
Wer dort sein Konto hatte und manchmal mehrere Wochen über seine
Vermögenswerte nicht verfügen konnte, lernt eine solche Bank
wie Trinkaus zu schätzen.
Instock:
Mit wie vielen Neukunden rechnen Sie jetzt im Zusammenhang mit dem Börsengang?
Hillen:
Wir rechnen mit einigen Neukunden, insbesondere mit in den Bereichen
außerbörslicher Handel mit Optionsscheinen und Zertifikaten.
Im Direkthandel bieten wir – als einziger Broker in Deutschland
– Limitorders an und gleichzeitig die niedrigsten Gebühren
über die größten Emittenten. Wir erwarten eine deutliche
Steigerung der Erlöse und des Gewinns für das am 01.10.2004
beginnenden neue Geschäftsjahr.
www.instock.de