02.10.04  Instock-Interview - sino AG (WKN: 576550)

Sino: "100 Prozent zufrieden mit dem Börsengang"

sino HomepageDer Börsengang der Sino AG sorgte unlängst für Aufmerksamkeit. Nicht wegen seiner Größe, sondern wegen der Tatsache, daß jemand so etwas überhaupt wagte. Wir sprachen mit Gründer und Vorstand Ingo Hillen über den Gang an die Börse.

Instock:
Die Sino AG ist seit einigen Tagen an der Börse. Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Entwicklung?

Hillen:
Sehr zufrieden. Wir sind bei 7,40 Euro je Aktie gestartet. Wir lagen einen Tag später bei 7,75 Euro und das bei sehr guten Umsätzen schon am ersten Tag. Nicht zuletzt haben wir eine gewisse Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen. Beachtung fand dabei vor allem unser neues Produktangebot zum außerbörslichen Handel mit Optionsscheinen und Zertifikaten. Das ist uns sehr wichtig dieser Bereich soll der Wachstumsmotor der nächsten Jahre werden.

Instock:
Halten Sie einen Börsengang für das richtige Instrument, ein neues Produkt oder auch die gesamte Firma ins Rampenlicht zu rücken?

Hillen:
Ich glaube, ein Börsengang hat immer, ob heute oder Ende der 90er Jahre, mit Publizität zu tun. Das war für uns aber nur ein Grund. Der zweite wesentliche Grund ist, daß wir gerade im ersten Halbjahr 2004 von immer mehr Privatinvestoren, aber auch von dem einen oder anderen Small Cap-Haus angesprochen wurden, die sich an Sino beteiligen wollten. Und vor allen Dingen wollten dies auch alte und neue Kunden der Sino.

Instock:
Andere regeln so etwas außerbörslich.

Hillen:
Telefonhandel von nicht notierten Aktien ist oft langwierig. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, so einen Handel über die Börse darstellen zu können. Dabei kommt noch der Aspekt dazu, daß wir dadurch in allen wichtigen Wirtschaftsmedien präsent sind. Damit wurde der Bekanntheitsgrad der Marke Sino gefördert. Unsere Zugriffe im Internet haben sich mehr als verdoppelt. Insofern glaube ich, daß der Börsengang für uns genau das Richtige war. Wir, Matthias Hocke und ich, halten als Vorstände etwa 38,5 Prozent der Aktien und haben - auch als wesentliche Aktionäre – die Kosten des Börsenganges sehr genau kalkuliert. Wir haben selbstverständlich im Vorfeld alle Aspekte abgewogen und sind mehr denn je davon überzeugt, daß dieser Schritt richtig war.

Instock:
Sie sind nicht die ersten, die diesen Weg gewählt haben. Bei den meisten kleinen Börsengängen ist dieser Werbeeffekt relativ schnell wieder verpufft. Was machen Sie, um diesen den Schwung aus dem IPO möglichst schnell in klingende Münze umzusetzen?

Hillen:
Wir haben in diesen Börsengang sehr viel Arbeit investiert und sind sowohl mit der Abwicklung durch unsere Partner, beispielsweise HSBC Trinkaus & Burkhardt als auch mit dem Echo in der Öffentlichkeit sehr zufrieden. Unser Angebot im Direkhandel: Limitorders und größte Emittenten zu niedrigsten Konditionen findet sehr guten Anklang bei Interessenten und Neukunden.

Instock:
Sie haben den Börsengang ohne Kapitalerhöhung durchgezogen. Braucht die Sino AG kein frisches Geld und wollten Sie keine Aktien abgeben?

Hillen:
Ja, beides stimmt. Sino hat keinerlei Bankverbindlichkeiten und Matthias Hocke und ich wollen noch sehr lange große Aktionäre bei Sino bleiben. Wir sind seit Jahren profitabel und unser Cash-flow ist deutlich höher als unser Gewinn, weil wir nach wie vor relativ hohe Abschreibungen haben. Gleichzeitig stehen keine großen Investitionen an. Ganz im Gegenteil, das von der tick-IT GmbH , einem Beteiligungsunternehmen der Sino, entwickelte Handelssystem „Sino x-trader pro“ in der Version 2 ist fertig und wird nur noch erweitert. Auch die Ersatzinvestitionen für Hardware sind im überschaubaren Bereich und können sehr einfach aus dem Cash-flow finanziert werden. Insofern besteht kein Bedarf für eine Kapitalerhöhung.

Instock:
Der Day-Trader-Bereich in Deutschland ist sehr überschaubar. Weshalb kommen die Leute gerade zu Sino?

Hillen:
Wir gewinnen seit Jahren stetig Neukunden weil wir ihnen ein exzellentes Paket anbieten. Bei Sino sind 15 Händler, Techniker und Programmierer damit beschäftigt, sich um die Belange unserer 300 Kunden zu kümmern. Das ist eine Rate von 1 zu 20. Ausserdem bieten wir hochleistungs-fähige Frontends, mit HSBC Trinkaus eine renommierte Bank und schließlich faire und attraktive Gebühren.

Instock:
Da müssen 300 Trader 15 Leute finanzieren. Das klingt nach hohen Kosten?

Hillen:
Ganz und gar nicht. Wir bieten sehr attraktive Gebühren, das Handelsvolumen dieser Trader ist nur bei weitem höher als der Durchschnitt. so handelt ein Sino Kunde im Durchschnitt knapp 200 mal im Monat. Wir bieten im außerbörslichen Bereich die niedrigsten Gebühren. Dazu kommt, daß wir mit HSBC einen renommierten und kapitalstarken Partner haben. Ehemalige Systracom-Kunden wissen das zu schätzen. Wer dort sein Konto hatte und manchmal mehrere Wochen über seine Vermögenswerte nicht verfügen konnte, lernt eine solche Bank wie Trinkaus zu schätzen.

Instock:
Mit wie vielen Neukunden rechnen Sie jetzt im Zusammenhang mit dem Börsengang?

Hillen:
Wir rechnen mit einigen Neukunden, insbesondere mit in den Bereichen außerbörslicher Handel mit Optionsscheinen und Zertifikaten. Im Direkthandel bieten wir – als einziger Broker in Deutschland – Limitorders an und gleichzeitig die niedrigsten Gebühren über die größten Emittenten. Wir erwarten eine deutliche Steigerung der Erlöse und des Gewinns für das am 01.10.2004 beginnenden neue Geschäftsjahr.

www.instock.de